Wie man das Thromboserisiko senkt
Vier Jahre ist der schwere Herzinfarkt nun her. Kemal Tekgöz, heute 60, lebt seitdem mit einem Kunstherz: Einer elektrischen Pumpe, die an sein eigenes Herz und seine Blutgefäße angeschlossen ist. Diese Pumpe, die er am Deutschen Herzzentrum Berlin bekam, hat sein Leben gerettet – und stellt doch zugleich immer wieder eine Gefahr für ihn dar. Ständig berührt sein Blut die Schläuche der Pumpe, normalerweise würde es dort Gerinnsel bilden, die die Pumpe verstopfen könnten. Sie könnten aber auch im Blutstrom weiterschwimmen, in kleineren Gefäßen hängen bleiben und sie verschließen.
Dann könnte zum Beispiel ein Schlaganfall die Folge sein. Um das zu verhindern, gibt es nur eins: Das Blut muss am Verklumpen gehindert werden.
Ein Kunstherz haben nur wenige Bundesbürger. Doch rund 600 000 Menschen sind aufgrund von Krankheiten wie Vorhofflimmern oder Herzschwäche, nach Herzinfarkten, Schlaganfällen oder weil ihnen eine künstliche Herzklappe eingepflanzt wurde, von Blutgerinnseln und Embolien bedroht. Sie alle müssen wie Kemal Tekgöz Tabletten nehmen, die die Blutgerinnung hemmen. Die Dosierung gleicht einer Gratwanderung: Wenn die Dosis zu niedrig ist, droht eine Verstopfung von Gefäßen. Bei zu hoher Dosierung kann es umgekehrt zu schlimmen inneren und äußeren Blutungen kommen. Schon einfache Küchenarbeiten wie das Kartoffelschälen werden dann zur gefährlichen Beschäftigung. Schließlich ist der Mechanismus, der dafür sorgt, dass das Blut gerinnt, nach einer Verletzung ausgesprochen sinnvoll: Wenn sich die im Blut schwimmenden Plättchen an der Wunde anlagern und ein Gerinnsel bilden, das durch körpereigene Eiweiße gefestigt wird, so schützt das vor dem Eindringen von Keimen und vor dem Verbluten.
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Adelheid Müller-Lissner
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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