Wie lässt sich die Zahl der Organspender erhöhen?

In Deutschland erklären sich zu wenige Menschen zur Organspende bereit. Und ihre Zahl nimmt sogar noch weiter ab. Denn die Zustimmung sollte explizit formuliert werden. Auf einem Symposium in Berlin wurde klar: Das wird vorerst so bleiben.


“Willst Du Dein Herz mir schenken, so fang es heimlich an”, heißt es in einem Lied von Johann Sebastian Bach. Das ist schön und poetisch – und mag in der Liebe stimmen. Für den Fall, dass Sie bereit sein sollten, Ihr muskulöses Zentralorgan eines Tages ganz konkret und materiell einem anderen Menschen zu vermachen, sollten Sie jedoch Heimlichkeiten vermeiden: Die Bereitschaft zur Organspende bringt man am wirkungsvollsten mit einem Organspendeausweis zum Ausdruck. Denn in Deutschland gilt die erweiterte Zustimmungslösung: Nur wenn ein Mensch vor seinem Tod deutlich erklärt hat, dass er oder sie im Falle eines Falles bereit wäre, Herz, Leber oder Niere für einen Kranken zur Verfügung zu stellen, ist die Lage eindeutig.

Findet sich keine solche Erklärung – zum Beispiel in Form eines Organspendeausweises –, dann können die Ärzte auf der betreffenden Intensivstation allenfalls versuchen, mit den Angehörigen über die Frage zu sprechen, wie dieser Mensch zu Lebzeiten über die Frage dachte. Der Zeitpunkt, zu dem das Gehirn eines lieben Angehörigen unwiderruflich aufgehört hat zu arbeiten, seine übrigen Organe aber dank apparativer Unterstützung noch für kurze Zeit “funktionieren”, ist für ein derart heikles Gespräch jedoch denkbar ungünstig.


weiterlesen auf www.tagesspiegel.de (Artikel erschienen am 15. März 2010)



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