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Tinnitus: Das Phantom im Ohr

Dr. Hartmut Wewetzer forscht nach guten Nachrichten aus der Medizin: Es gibt Hoffnung auf eine wirksame Behandlung von Tinnitus.


Der Vagus-Nerv ist ein kleiner Gigant. Er tritt durch eine Öffnung an der Schädelbasis aus, um sich in seine vielen Äste aufzuteilen, bis in den Bauchraum hinabzutauchen und hier geflechtartig zu verzweigen. Dabei versorgt er die Muskeln von Gaumen, Schlund und Kehlkopf und verleiht Ohrmuschel, Gehörgang, Zunge und Rachen Gefühl. Und er steuert die Eingeweide, lenkt Verdauung, Herzschlag, Atmung. Wirklich gigantisch.

Als Zugang zum Gehirn ist der Vagusnerv auch für die Medizin interessant. Mit winzigen Stromimpulsen, genannt Vagusnerv-Stimulation (VNS), behandeln Ärzte Epilepsie und Depression. Im Tierversuch haben nun amerikanische Forscher sogar Tinnitus, ein ständiges Ohrgeräusch, mit dem Verfahren behandelt.

Erfolgreich, wie sie sagen.

Das lärmende Phantom im Ohr ist vermutlich ein fehlgeschlagener Versuch des Gehirns, Hörverlust auszugleichen. Tinnitus entsteht also gar nicht im Ohr, sondern im Oberstübchen. Mitunter wird das Klingeln, Brummen oder Pfeifen über einen kleinen Apparat mit einem anderen Geräusch „maskiert“, um das Gehirn vom schrillen Dauerton abzulenken.


weiterlesen auf www.tagesspiegel.de
(Artikel erschienen am 23. Januar 2010)

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Hartmut Wewetzer

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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