Stroke Units: Rasche Hilfe fürs Hirn
Das Tückische am Schlaganfall ist, dass er selten zu Schmerzen führt. Meist zeigt er sich in Sprach- und Sehstörungen, einem herabhängenden Mundwinkel und halbseitigen Lähmungen und Taubheitsgefühlen. Viele Betroffene hoffen, dass sich ihre Probleme von selbst geben und versäumen dadurch wichtige Zeit. Denn der Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem unter der Nummer 112 die Feuerwehr verständigt werden sollte. Rasche Hilfe kann Leben retten. Darauf deutet auch eine neue Studie aus den USA hin, in der geprüft wurde, ob „Stroke units“ – spezielle Intensivstationen für Schlaganfallpatienten – die Überlebenschancen verbessern.
Vor rund zehn Jahren wurden die ersten Stroke units eingerichtet.
In Großstädten wie Berlin (16 Stroke units) wird inzwischen ein großer Teil der jährlich an die 10.000 Schlaganfallpatienten in diesen Zentren behandelt. Im US–Bundesstaat New York wurden nun 30.000 Hirninfarkt-Fälle ausgewertet, die 2005 und 2006 aufgetreten waren und die allesamt auf dem Verschluss einer Hirnschlagader beruhten. Die Hälfte der Patienten wurde in Schlaganfall-Zentren behandelt, die andere in normalen Kliniken, berichtet Ying Xian von der Duke-Universität im Fachblatt „Jama“. In der ersten Gruppe starben innerhalb von 30 Tagen nach dem Schlaganfall zehn Prozent, in der zweiten dagegen 12,5 Prozent.
Die Überlebenschancen steigen also um 20 Prozent, vergleicht man die beiden Gruppen miteinander. Die absolute Sterblichkeit wird allerdings lediglich um 2,5 Prozentpunkte gesenkt. Das zeigt, wie schwierig es selbst mit den Mitteln der modernen Medizin ist, dem häufig noch immer schicksalhaften Ereignis eines Schlaganfalls Paroli zu bieten.
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(Artikel erschienen am 30. Januar 2011)
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Hartmut Wewetzer
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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