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Entfernung von Myomen ohne Operation

Unser Gesundheitsexperte fahndet nach guten Nachrichten in der Medizin. Heute: Hilfe bei Wucherungen – ohne Operation.


Schmerzhafte und verstärkte Monatsblutungen, Druck auf Blase oder Darm und Unfruchtbarkeit – diese Krankheitszeichen deuten auf Myome hin. Das sind gutartige hormonabhängige Wucherungen in der Gebärmutter, und die sind alles andere als selten. Etwa jede dritte Frau zwischen 25 und 50 hat sie, bei jeder fünften Betroffenen machen sie Beschwerden. Sehr häufig wird deshalb die Gebärmutter herausgenommen, jedes Jahr allein in Deutschland bei 100 000 Frauen. Dabei gibt es eine noch viel zu wenig bekannte Behandlung, die ohne Operation auskommt und bei der die Gebärmutter im Bauch bleibt.

Das noch ziemlich neue Verfahren verdankt sich eher einem Zufall. Anfang der 1990er Jahre verödeten französische Ärzte die Gebärmutter-Schlagader, um auf diese Weise große, nicht operierbare Myome „auszuhungern“ und so weit zu verkleinern, dass man die Gebärmutter entfernen konnte. Dann aber stellte sich heraus, dass mit den Myomen auch die Schmerzen schwanden, die Operation sich mithin erübrigte. Geboren war die Methode der „Myom-Embolisation“. Der Eingriff erfolgt heutzutage, indem in der Leiste ein dünner Schlauch in die OberschenkelSchlagader eingeführt und von hier aus stromaufwärts bis zur Gebärmutter-Schlagader vorgeschoben wird. Dann werden kleine Kunststoffkügelchen in die Schlagader gespritzt – und zwar so lange, bis die gut durchbluteten Myom-Geschwülste von den Kügelchen verstopft sind.

Zwar beeinträchtigt diese Verödung die Durchblutung der Gebärmutter zunächst ein wenig. Das kann kurzzeitig zu Schmerzen führen, so dass die Patientin nach dem Eingriff eine Zeit lang entsprechende Medikamente benötigt. Eine Gefahr für die Gebärmutter besteht jedoch nicht, weil diese außerdem über die Eierstock-Schlagader mit Blut versorgt wird. Zu den Vorteilen des Verfahrens gehört, dass die Patientin wesentlich schneller wieder fit ist als bei einer Entfernung der Gebärmutter. Zudem leidet sie nicht unter möglichen Nachteilen der Operation wie Inkontinenz.


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(Artikel erscheinen am 30. August 2009)

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Hartmut Wewetzer

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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