Ein Vaginalgel kann ofenbar eine HIV-Infektion verhindern - in begrenztem Maße

Neue Hoffnung von der Welt-Aids-Konferenz: Ein Gel kann offenbar HIV-Infektionen verhindern. Doch die Schutzwirkung ist begrenzt.


“Es ist Zeit, die Chemikalie aufzugeben, aber nicht die Idee”, hatte Sheena McCormack vom afrikanischen Medical Research Council erst vor einem halben Jahr gesagt. Die Enttäuschung war damals groß, denn wieder hatte ein Gel versagt, das Frauen vor einer Infektion mit dem Aids-Virus schützen sollte.

Nun gibt es neue Hoffnung: Bei der Welt-Aids-Konferenz, die im Juli 2010 Wien stattfand, wurden Ergebnisse einer Studie vorgestellt, bei der ein Vaginalgel mit einem anderen Wirkprinzip an 889 afrikanischen Frauen getestet worden ist. Es muss vor und nach jedem Geschlechtsverkehr angewandt werden und enthält den Wirkstoff Tenofovir. Dieser wird auch in der Behandlung HIV-Infizierter mit Tabletten eingesetzt.

Tenofovir hält HIV in Schach, indem es ein Enzym blockiert, das das Virus dringend benötigt, um Zellen zu kapern, in denen es sich vermehren kann. Die südafrikanischen Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren wurden nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen verteilt, von denen die eine das Gel mit dem Arzneimittel, die andere ein wirkstofffreies Gel erhielt. Alle wurden während der 30-monatigen Studienlaufzeit monatlich auf HIV und eine mögliche Schwangerschaft getestet; alle bekamen Kondome, Beratung und Behandlung anderer sexuell übertragbarer Krankheiten angeboten. Insgesamt infizierten sich von den Frauen aus der Tenofovir-Gruppe 39 Prozent weniger mit HIV. Unter den konsequenten Anwenderinnen des Gels waren es sogar 54 Prozent, wie die Epidemiologen Quarraisha und Salim Abdool Karim vom Center for the Aids Programme of Research in South Africa (kurz: Caprisa) jetzt in Wien berichteten.


weiterlesen auf www.tagesspiegel.de (Artikel erschienen am 20. Juli 2010)



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