Drogentherapie gegen Depressionen
An Nierenkrebs erkrankt, verfiel der Amerikaner Clark Martin, 65, in eine Depression. Medikamente und Psychotherapie halfen nicht viel. Und so entschloss sich der ehemalige Psychologe zu einem ungewöhnlichen Trip. An der Klinik der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore nahm er an einem Drogenexperiment teil. Er schluckte Psilocybin, ein aus einem Pilz gewonnenes Halluzinogen. „Plötzlich verschwand alles, woran ich gewöhnt war, es verdunstete regelrecht“, erinnert er sich. „Stellen Sie sich vor, Sie fallen aus einem Boot in den Ozean. Dann drehen Sie sich um und stellen fest, dass das Boot verschwunden ist. Und dann das Wasser. Und dann Sie."
Nie zuvor hatte der Rentner eine solche psychedelische Erfahrung gehabt. Aber heute, ein Jahr später, ist er überzeugt, dass Psilocybin ihm half, seine Niedergeschlagenheit zu überwinden. Martins Geschichte breitete die „New York Times“ kürzlich auf ihrer Titelseite aus. Als Patient steht Clark Martin nicht allein. In den USA erlebt die Erforschung bewusstseinsverändernder Drogen eine Renaissance. Ärzte und Forscher erproben Psilocybin und andere Drogen als Mittel gegen die Depression von Krebskranken, gegen die Zwangskrankheit, gegen Angst am Ende des Lebens, gegen posttraumatischen Stress und Drogen- oder Alkoholabhängigkeit. Noch ist nicht klar, ob die Halluzinogene Psilocybin und LSD oder das euphorisierende MDMA („Ecstasy“) halten, was sich manche von ihnen versprechen.
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(Artikel erschienen am 02. Mai 2010)
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Hartmut Wewetzer
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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