Der Gentest, der Leben rettet
Brustkrebs liegt manchmal in den Genen. Bei etwa jeder zehnten bis 20. Erkrankung sind die Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 mit im Spiel. In Deutschland betrifft das im Jahr 3000 bis 5000 Frauen, schätzt Michael Untch, Gynäkologe am Helios-Klinikum in Berlin-Buch. Wenn auch Gentests häufig fragwürdig sind – der Nachweis eines Brustkrebsgens dürfte Tausenden von Frauen schon das Leben gerettet haben. Das belegt auch eine neue Studie, die nun im Fachblatt „Jama“ erschien.
Frauen, bei denen BRCA1 und BRCA2 genetisch verändert (mutiert) sind, erkranken irgendwann in ihrem Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit – zwischen 56 und 84 Prozent – an Brust- oder Eierstockkrebs. Deshalb entschließen sich viele zu einem radikalen Schritt: dem vorsorglichen Entfernen von Brustdrüsen und Eierstöcken. Die Alternative besteht darin, die Organe regelmäßig auf Krebs zu untersuchen. Bei der Brust ist das mit einer Röntgenuntersuchung, der Mammografie, noch vergleichsweise einfach. Aber mit der Früherkennung von Eierstockkrebs hapert es. An der Untersuchung nahmen rund 2500 Frauen aus Europa und Nordamerika teil, die positiv auf BRCA1 oder BRCA2 getestet worden waren. Die Entfernung der Brustdrüse senkte das Krebsrisiko drastisch. In den ersten drei Jahren nach dem Eingriff wurde bei den vorsorglich operierten Frauen kein Brustkrebs festgestellt, bei den Nichtoperierten dagegen bei sieben Prozent.
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(Dieser Artikel erschien am 5. September 2010)
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Hartmut Wewetzer
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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