Gesundheitskolumne Dr. Fegelers Sorgenkinder: Vergiftung bei Kindern

Wenn Kinder etwas schlucken, das auf keinen Fall in ihren Mund beziehungsweise in den Magen-Darm-Trakt gelangen darf, sollte man unbedingt die Nummer des Giftnotrufs parat haben.

Wenn Kinder etwas schlucken, das auf keinen Fall in ihren Mund beziehungsweise in den Magen-Darm-Trakt gelangen darf, sollte man zwei Dinge unbedingt parat haben: Erstens die Nummer des Giftnotrufs (030-19 240, www.giftnotruf.de), über den man das Ausmaß der potenziellen Schädigung/Vergiftung und die eventuell notwendigen ersten Maßnahmen erfahren kann. Und zweitens das Wissen, dass die Kinder auf keinen Fall zum Erbrechen gebracht werden dürfen. Denn wenn die giftigen Bestandteile erbrochen werden, können sie möglicherweise in die Lunge gelangen und noch mehr Unheil anrichten.Stattdessen sollten Eltern etwas zu trinken verabreichen, am besten Wasser oder Tee. Dadurch wird die verschluckte Substanz verdünnt. Milch darf allerdings nicht gegeben werden, denn sie führt aufgrund ihres Fettanteils dazu, dass die Giftstoffe, die möglicherweise gut fettlöslich sind, vom Körper noch besser aufgenommen werden.

Falls das Kind nach dem Verschlucken einer giftigen Substanz das Bewusstsein verliert, bringt man es in die stabile Seitenlage, bis der Notarzt kommt. Die Reste der verschluckten Substanzen und die Verpackung sollten auf keinen Fall weggeworfen werden. Ätzende Substanzen wie Spül- und Putzmittel sind grundsätzlich so aufzubewahren, dass Kinder nicht an sie herankommen. Aufpassen muss man natürlich auch bei Pflanzen und Beeren: Besonders giftig sind zum Beispiel die Tollkirsche, der Bärenklau und die Herbstzeitlose. Auch Pilze, die von Laien im Wald gesammelt werden, können zu gravierenden, oft auch lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Der extrem giftige Knollenblätterpilz ist sehr leicht mit Champignons zu verwechseln.

Tabletten haben in der Nähe von Kindern ebenfalls nichts zu suchen. Insbesondere Kleinkinder denken leicht, die häufig mit einem süßlich schmeckenden Überzug versehenen Dragees seien Bonbons.Sollte ein Kind eine kleine Knopfbatterie verschlucken, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass diese den Körper auf natürlichem Wege wieder verlässt. Passiert dies nicht (Stuhlkontrollen!), besteht - wie bei verschluckten Geldstücken auch - die Gefahr, dass die Magensäure das Metall auflöst und es zum Freisetzen der giftigen Batterieinhalte kommt.

Nicht in den Mund von Kindern unter fünf Jahren gehören übrigens auch Erdnüsse, Nüsse überhaupt. Wenn diese bei einem Hustenreiz in die Luftröhre gelangen, lösen sie sich im Unterschied zu Bonbons nicht auf: Das führt dann in der Regel zur Verlegung kleinerer Atemwege mit einer chronischen Entzündung der nachgeschalteten Lungenabschnitte.



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