DR. FEGELERS Sorgenkinder: Früher Schutz im Frühling

Von Dr. Ulrich Fegeler

Viele Erwachsene neigen dazu, die Gefahren der Sonnenstrahlen zu unterschätzen und setzen sich ihnen häufig sehr unvorsichtig aus. Eltern sollten jedoch unbedingt darauf achten, dass ihr Nachwuchs nicht übermäßig viel Strahlung abbekommt. Gerade in der Übergangszeit sind die Kleinen oft nicht ausreichend geschützt.

Kinder reagieren deutlich empfindlicher auf den UV-Anteil in der Sonnenstrahlung als Erwachsene, weil die für die Hautregeneration wichtigen Stammzellen bei ihnen viel dichter unter der Hautoberfläche liegen. Die Folgen von zu viel Sonnenlicht - nicht nur im Kindesalter - zeigen sich oft erst nach Jahrzehnten: Die Strahlung kann zu vorzeitiger Hautalterung (Faltenbildung), vor allem aber zu Melanomen führen. In Deutschland erkranken jährlich rund 100 000 Menschen am sogenannten "schwarzen Hautkrebs", der gefährlichsten Variante. Unter jungen Frauen zwischen 20 und 30 ist Hautkrebs inzwischen die häufigste Krebsart.

Säuglinge bis zu einem Jahr sollten überhaupt nicht in die Sonne. Aber auch im Schatten müssen Eltern darauf achten, dass das Licht nicht vom Sandstrand oder Schnee reflektiert wird. Die Säuglinge sollten auch dort mit luftiger Kleidung bedeckt sein und eine Mütze tragen. Sonnenmilch reizt die Babyhaut eventuell zu sehr.

Ältere Kinder sollten in der Kernzeit der Einstrahlung - zwischen 11 und 16 Uhr - ebenfalls im Schatten bleiben. Für die Tage am Meer empfehle ich ein UV- undurchlässiges T-Shirt, eine Kopfbedeckung und wenn nötig auch ein Halstuch, dazu eine Creme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30. Das Nachcremen darf nicht vergessen werden. Grundsätzlich sollten Kinder bei hohen Temperaturen und starker Sonnenstrahlung schützende aber luftige Kleidung tragen. Unbedeckbare Stellen sind einzucremen. Da die Sonne außerdem die Netzhaut und die Bindehäute angreift, ist auch für Kinder eine Sonnenbrille angeraten. Ich empfehle einen Familienbesuch beim Optiker.

Für den Frühling mit seinen ersten Sonnenstrahlen gilt, dass Kinder und auch Erwachsene ihre Haut langsam an die Sonne gewöhnen. Wer mit blasser Haut gleich am ersten heißen Tag in die pralle Sonne geht, muss unter Umständen mit der Ausbildung einer Dermatose rechnen, einer Unverträglichkeitsreaktion der Haut, die zu stark juckenden Knötchen führen kann. Der Begriff Sonnenallergie ist nicht korrekt, da es sich nicht um eine Allergie handelt. Eines muss auf jeden Fall und immer vermieden werden: der Sonnenbrand. Er gilt als hohes Risiko für einen sich später entwickelnden Hautkrebs.

aufgezeichnet von Rita Nikolow



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