Pflegebedürftigkeit verhindern durch Langzeit-Reha

Nach einer Akut-Rehabilitation benötigen manche Neurologie-Patienten noch eine längerfristige Betreuung um wieder in die Selbstständigkeit zurückzufinden.


Nach einer Akut-Rehabilitation benötigen manche Neurologie-Patienten noch eine längerfristige Betreuung, um wieder in die Selbstständigkeit zurückzufinden


Was ist eine Post-Akute Neurorehabilitation?

Viele Patienten mit Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma erreichen in der neurologischen Akut-Reha Erfolge: Sie finden ihre Sprache wieder, lernen zu laufen und sich weitgehend selbst zu versorgen. Andere hingegen bleiben nach anfänglichen Fortschritten auf einem Niveau stehen, auf dem sie langfristig unter starken Beeinträchtigungen leiden. “Diese Patienten können nur schwer eigenständig leben, obwohl viele von ihnen eigentlich das Potenzial dazu hätten”, sagt Stephan Bamborschke, ärztlicher Leiter des P.A.N.Zentrums im Fürst Donnersmarck Haus in Berlin-Frohnau. P.A.N. steht für Post-Akute Neurorehabilitation, eine Langzeit-Nachsorge, die verhindern soll, dass Personen mit Hirnschädigungen dauerhaft auf stationäre Pflege angewiesen sind. Sie schließt an die Akut-Reha an und kann bis zu zweieinhalb Jahren dauern, in denen die Betroffenen betreut in Wohngruppen oder in Einzelappartements leben.


Für wen ist eine solche Langzeit-Reha geeignet?

Das Nachsorge-Angebot des P.A.N.- Zentrums richtet sich vor allem an jüngere Patienten von 16 bis 55 Jahren, deren zentrales Nervensystem durch einen Schlaganfall, ein Schädel-Hirn- Trauma oder auch durch eine Hirnentzündung oder Sauerstoffmangel geschädigt ist. Sie sollten jedoch trotz dieser Schäden noch motivierbar und lernfähig sein.


Was passiert während der Reha und wer übernimmt die Kosten?

Ziel der Langzeit-Reha ist es, dass die Patienten wieder lernen, alleine zu leben und zu wohnen. Damit das gelingt, trainieren sie zusammen mit Betreuern und Therapeuten den Alltag, sie üben Waschen und Anziehen genauso wie Bus fahren und den Umgang mit Computern. Es finden auch unterstützende Therapien wie zum Beispiel Logopädie oder Physiotherapie statt. Ein wichtiger Bestandteil der Reha ist außerdem die neuropsychologische Betreuung. Hier lernen die Rehabilitanden, auch seelisch mit ihren Beeinträchtigungen umzugehen: “Sie müssen ihre veränderte eigene Rolle wiederfinden und akzeptieren”, sagt der Neurologe Bamborschke. Zu dieser neuen Rolle kann auch ein neuer Beruf gehören: Von den rund 70 Prozent der Patienten, die nach einer Langzeit-Reha wieder selbstständig leben, können einige auch wieder einer Arbeit nachgehen – sei es in Behinderten-Werkstätten oder in Einzelfällen auch auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für den Aufenthalt im P.A.N.-Zentrum kommt meist der örtliche Sozialhilfeträger auf. Allerdings können auch die Berufsgenossenschaften oder die Haftpflichtversicherer Leistungsträger sein.


_P.A.N.-Zentrum im Fürst Donnersmarck-Haus Wildkanzelweg 28, 13465 Berlin Telefon (030) 406 06-0 Internet: www.panzentrum.de_



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