Anders Stelter, 38 (Schmerztherapie)
Anders Stelter, 38
Diagnose: Chronischer Schmerz
Behandlung: Schmerztherapie
Praxis: Praxis Dr. Kaleth & Kollegen
Vorgeschichte:
Anders Stelter – „nicht Andreas!“ – hatte immer viel zu tun. Der gelernte Baumaschinist aus Dallgow-Döberitz, nördlich von Berlin, arbeitete lange für einen Forstmaschinenhersteller. Fast 95 Kilogramm wog Stelter: Der kräftige Mann konnte zupacken, ab und zu mussten schwere Geräte weggeschafft werden. Vor zwei Jahren passierte es: Stelter packt einen Brocken an, was Maschinisten eigentlich nicht machen. „Der war fast 40 Kilo schwer“, erzählt Stelter. Als er den Stein anhebt, lässt er ihn vor Schmerz sofort wieder fallen. Bandscheibenvorfall, sagen die Ärzte. In der Reha soll er sich erholen.
Therapie:
Stelters Schmerzen lassen nicht nach. Die Nerven im Rücken spielen verrückt, er kann sich kaum bewegen. Weitere Bandscheibenvorfälle folgen. „Das eine Mal im Schwimmbad wäre ich fast ertrunken“, erzählt er. Aus drei Wochen Reha werden vier, aus vier werden fünf. Ständig bekommt er Spritzen mit Kortison.
Anfang 2008 wird Stelter das erste Mal operiert, eine Stütze im Rücken eingesetzt. Doch der Schmerz wandert. „Bauch, Hüfte, Oberschenkel“, sagt Stelter und zeigt auf die schwere Stützweste um den Bauch. Er humpelt, ohne das sandfarbene Korsett könnte Anders Stelter nicht laufen. Und die Schmerzen ohne die Opiate nicht ertragen, die er zwei Jahre lang nehmen musste. Nach einem Sturz trifft er neue Ärzte, die feststellen, dass die alten Medikamente seinen Körper zu stark belasten. „Ich habe nur noch geheult, tagelang“, sagt er.
Im Frühjahr dieses Jahres kommt Stelter auf eine Entgiftungsstation, er hat inzwischen rund 25 Kilo abgenommen. „Ich war völlig am Ende.“ Doch der Maschinist gibt nicht auf, entkräftet liest er ein Buch. „Da drinnen stand: Hinfallen ist erlaubt, nur Liegenbleiben ist verboten.“ Später, zu Hause, wird ihm bewusst: „Mein Arzt auf der Entgiftungsstation hat mich gerettet, er hat mich ins Leben zurückgeholt.“
Das Leben mit der Krankheit:
Anders Stelter ist berentet. Viel Zeit verbringt er im Haus seiner Familie in Dallgow-Döberitz. „Jeder Toilettengang ist ein Kreuzgang, aber es wird langsam besser.“ Stelter fordert das Leben heraus: „Demnächst will ich wieder Sport machen, und am besten mit Wassergymnastik anfangen.“
Hannes Heine
Artikel zuletzt aktualisiert am: 03.02.2012
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