Osteoporose: Knochenschwund bleibt oft lange unerkannt
Nur bei jedem fünften Osteoporose-Patienten erfolge die Diagnose und Therapie rechtzeitig. Doch nur durch Früherkennung und vorbeugende Maßnahmen ließen sich ein schwerer Krankheitsverlauf und weitere Folgeschäden wie Knochenbrüche vermeiden, so die Hormon-Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).
Osteoporose sei über lange Zeit eine „stille“ Volkskrankheit: Da sie zunächst keine Beschwerden verursache, bemerkten Betroffene meist zu spät, dass sie an dieser schleichenden und oft unerkannten Krankheit leiden. „Meist stellt sich erst nach einem Knochenbruch heraus, dass der Patient unter Knochenschwund leidet“, erklärt Dr. med. Catharina Bullmann vom Zentrum für Endokrinologie , Kinderwunsch , Pränatale Medizin im Barkhof, Hamburg. „Doch dann ist der Verlust der Knochenmasse oft schon weit fortgeschritten und die Stabilität der Knochen bereits sehr reduziert“. Diesen Patienten drohten weitere Knochenbrüche und eine stark eingeschränkte Lebensqualität.
80 Prozent der Osteoporose-Patienten seien weiblich. Besonders gefährdet sind Frauen nach den Wechseljahren, denn danach produziert ihr Körper weniger des Geschlechtshormons Östrogen, was zu einem verstärkten Knochenabbau führt. Alter, Bewegungsmangel, Untergewicht, Alkohol, Rauchen und Medikamente, die die Knochensubstanz angreifen, wie Cortison, trügen ebenfalls zu dieser Erkrankung bei. „Diese Patientengruppen sollten sich regelmäßig auf ihr Knochenbruchrisiko testen lassen“, rät Bullmann. „Früherkennung kann einen langen Leidensweg und insbesondere bei älteren Menschen lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung und Lungenembolie verhindern“. Nicht zu unterschätzen seien der volkswirtschaftliche Faktor durch krankheitsbedingte Ausfälle sowie die steigenden Krankheitskosten, die in Deutschland mittlerweile etwa drei Milliarden Euro für Osteoporose-Patienten betragen.
Eine Diagnose sei schnell erstellt: Mit einer Knochendichte-Messung stelle der Arzt eine verminderte Knochendichte fest und somit wie hoch das Knochenbruchrisiko ist. Die Messung erfolge meist mittels Doppelröntgenabsorptionsmessung (DXA-Methode) an der Lendenwirbelsäule, und auch an der Hüfte, da bei Osteoporose die Wirbelkörper als erstes angegriffen würden. Durch Blut- und Urinuntersuchung schließe er aus, dass es sich um eine andere Knochenerkrankung handelt. Therapeutisch unterscheiden die Experten zwischen vorbeugenden Basismaßnahmen und medikamentöser Behandlung.
Um das Risiko zu verringern, sollte der Patient alle Risikofaktoren ausschließen und sich insbesondere Vitamin D- und Calziumreich ernähren, Sport treiben und Untergewicht vermeiden. Ist das Knochenbruchrisiko sehr hoch oder liegt bereits der erste Knochenbruch vor, erfolgt eine Behandlung mit speziellen Osteoporose-Medikamenten.
übermittelt am 10.03.2011
Artikel zuletzt aktualisiert am: 20.01.2012
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