Zusammenhang von Herzerkrankungen und Depressionen erforscht

Cholesterinsenkende Statine gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Sie werden vor allem zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen eingesetzt. Nun haben Forscher festgestellt, dass sie auch das Risiko, eine Depression zu entwickeln, senken können.


Forscherinnen und Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität San Francisco haben den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Medikamenten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen untersucht. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Einnahme einer bestimmen Klasse von Medikamenten, den sogenannten Statinen, das Risiko, eine Depression zu entwickeln, mindern kann. Statine gehören weltweit zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten und haben eine cholesterinsenkende Wirkung. Sie werden insbesondere zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen eingesetzt.

Über die Auswirkungen von Statinen auf depressive Symptome bei Patienten sei bislang wenig bekannt. Depressionen jedoch würden bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Genesungschancen deutlich verschlechtern, da sie die Verhaltensweisen eines Menschen beeinflussten und zu mangelnder Bewegung, fehlenden sozialen Kontakten oder der unregelmäßigen Einnahme der verschriebenen Medikamente führten, heißt es. Außerdem könnten biologische Veränderungen durch die Depression wie die zunehmende Ausschüttung von Stresshormonen die Verschlechterung des Gesundheitszustandes eines Patienten hervorrufen.

In ihrer Studie fanden Prof. Christian Otte, stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité, und seine amerikanische Kollegin Mary Whooley heraus, dass Patienten mit Herzerkrankungen, die Statine einnahmen, ein um fast 40 Prozent vermindertes Depressionsrisiko zeigten. Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Statine bei herzkranken Patienten einen schützenden Effekt vor Depressionen haben könnten, heißt es. Weitere Studien sollten nun klären, ob diese These bestätigt werden könne, ob diese positiven Effekte auch bei anderen Patientengruppen aufträten und welche Mechanismen dafür verantwortlich sein könnten.


(übermittelt am 22.02.2012)




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