Weltgesundheitsorganisation stellt Demenz-Report vor

Demenzerkrankungen sollen weltweit ein Schwerpunkt der Gesundheitspolitik werden, fordert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in Reaktion den Demenz-Report der Weltgesundheitsorganistation


Der am 11. April 2012 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Alzheimer’ Disease International (ADI) in Genf veröffentlichte Report “Dementia: a public health priority” fordert Regierungen, Politiker und alle sonstigen Beteiligten auf, Demenzerkrankungen weltweit als Schwerpunkt der Gesundheitspolitik anzuerkennen und entsprechend zu handeln, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
Der Bericht belege, dass es sich bei Demenzerkrankungen um ein globales Problem handele, das weniger entwickelte Länder wie China oder Indien mit Zunahme der Lebenserwartung besonders dramatisch treffen werde.
35,6 Millionen Menschen seien im Jahr 2010 weltweit von einer Demenzerkrankung betroffen gewesen, heißt es in dem Bericht. Bis 2030 sollen es 65,7 Millionen und bis 2050 115 Millionen sein – sofern kein Durchbruch in der Therapie gelänge. Jedes Jahr träten 7,7 Millionen Neuerkrankungen auf. Statistisch erkrankt weltweit alle vier Sekunden jemand an einer Demenz. Die Behandlungskosten, die gegenwärtig auf rund 460 Milliarden Euro geschätzt werden, werden noch schneller als die Zahl der Erkrankungen steigen.
Der Bericht fordere, dass Angehörige bei der Betreuung und Pflege angemessene soziale, gesundheitliche und finanzielle Unterstützung erhalten und entsprechende gesetzliche Regelungen geschaffen werden. Auch das Erfahrungswissen der Angehörigen und die von Menschen mit Demenz geäußerten Wünsche und Bedürfnisse sollten einbezogen werden, wenn es um die Entwicklung von rechtlichen Regelungen und sozialen, medizinischen und pflegerischen Unterstützungsangeboten geht, die sie betreffen.
Deshalb gelte es, Demenz zu einem Schwerpunkt der Gesundheits- und Sozialpolitik zu machen, in den Ausbau der Unterstützungsangebote zu investieren und die Forschung verstärkt zu fördern. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordert auch für Deutschland einen nationalen Demenzplan zu verabschieden, der Standards definiert und eine überprüfbare Umsetzung vorgebe.
übermittelt am 11. April 2012



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