Sodbrennen und saures Aufstoßen behandeln

Sodbrennen und saures Aufstoßen – jeder fünfte Deutsche leidet unter einem Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre, der so genannten Refluxkrankheit.


Die Refluxkrankheit, also der Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre hat sich in den letzten 40 Jahren von einem eher seltenen Phänomen zu einem der häufigsten Probleme der Gastroenterologie entwickelt, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) vom 20. Mai 2014. Ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Erkrankung und ihrer Komplikationen sei, dass immer mehr Menschen an Übergewicht leiden.
Die überflüssigen Pfunde erhöhen den Druck in der Bauchgegend, wodurch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Mageneingang gestört werden kann. Normalerweise öffnet sich dieses Ventil nur damit Nahrung in den Magen gelangen kann. Bei Refluxpatienten öffnet sich dieser Pförtner aber auch dann, wenn keine Speisebrocken unterwegs sind. Die Folge: Magensäure fließt in die Speiseöhre und verursacht das typische Brennen im Brustbereich.
Sind Sodbrennen und saures Aufstoßen dem Übergewicht geschuldet, hilft natürlich eine Gewichtsreduzierung. Aber auch Medikamente, sogenannte Protonenpumpen-Hemmer, könnten helfen. Die Wirkstoffe reichern sich in der Magenschleimhaut an und hemmen dort die Säureproduktion.
Nur in Ausnahmefällen sollten Ärzte und Patienten eine Operation in Betracht ziehen, heißt es von der DGVS. Wie alle Operationen sei die Fundoplicatio nicht frei von Risiken. Der Eingriff, bei dem Chirurgen einen Teil des Magens als Manschette um den unteren Teil der Speiseröhre legen, sollte daher nur durch erfahrene Operateure erfolgen.
Menschen mit starken Refluxbeschwerden sollten sich in jedem Fall an einen Facharzt wenden, empfiehlt die DGVS. Durch eine Spiegelung der Speiseröhre kann der Gastroenterologe Schäden entdecken, die der stark saure Magensaft möglicherweise bereits verursacht hat. Bei etwa 30 Prozent der Patienten sei die Speiseröhre entzündet. Blutungen, Geschwüre und Veränderungen der Schleimhaut können die Folge sein. Im schlimmsten, jedoch seltenen Fall entwickelt sich ein Refluxkarzinom, eine Krebserkrankung der Speiseröhre.
Betroffene können Schäden an der Speiseröhre jedoch auch vorbeugen, beispielsweise in dem sie während des Schlafens ihren Oberkörper etwas höher lagern. Das verhindert, dass nachts Magensäure in die Speiseröhre laufen kann.



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