Personalisierte Therapie soll Lebenserwartung bei Magen-Darm-Krebs erhöhen

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin rät zur Behandlung von Magen-Darm-Krebs durch eine personalisierte Therapie, die individuell auf die Beschaffenheit des Tumors abgestimmt ist. Diese Behandlungsmethode könne die Lebenserwartung der Patienten erhöhen.


Patienten mit Krebs im Magen-Darm-Trakt gehen häufig einen sehr langen Leidensweg. Die Lebenserwartung der Betroffenen hängt stark vom Gewebe und Ursprung des Tumors ab. Chancen sieht die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vor allem in einer personalisierten, auf Tumorstadium und -typ abgestimmten Krebstherapie. Dies könne die Lebenserwartung der Patienten erhöhen und den Leidensdruck senken. Auf einer Pressekonferenz der DGIM am 17. Februar 2011 in Berlin berichteten Experten über aktuelle Erkenntnisse und neue Ansätze in der Krebstherapie.

Studien der vergangenen zwölf Monate belegen: Die gezielte Medikamententherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Speiseröhren- , Magen-, Bauchspeicheldrüsen- oder Dickdarmkrebs verspricht deutliche Therapieerfolge. “Der individuelle Einsatz bestimmter, an den Stoffwechsel des Tumors angepasster Medikamente kann Leben verlängern und einen milderen Krankheitsverlauf ermöglichen”, sagt Professor Dr. med. Bertram Wiedenmann, Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie der Charité , Campus Virchow-Klinikum. Bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs setzte das Tumorwachstum um bis zu einem halben Jahr aus.

Experten gehen zunehmend davon aus, dass sich Tumoren hinsichtlich ihrer individuellen, genetischen Eigenschaften und ihrem jeweiligen Ansprechen auf Medikamente deutlich voneinander unterscheiden. Biomarker – zelluläre Merkmale, die auf einen krankhaften Prozess im Körper hinweisen können – helfen dabei. Sie geben Hinweise darauf, wie ein Tumor auf welches Medikament reagiert. “Je weiter die Forschung in der Entdeckung neuer Biomarker voranschreitet, desto eher lassen sich Krebspatienten personalisiert behandeln”, sagt Wiedemann. “Magenkrebs ist nicht gleich Magenkrebs. Jeder Tumor muss individuell betrachtet und demzufolge einzeln therapiert werden.” Medikamente, die sich bereits in der Brust- oder Nierenkrebs-Behandlung bewährt haben, können auch Patienten mit Krebs im Magen-Darm-Trakt hilfreich sein. Die Arzneimittel Paclitaxel und Carboplatin beispielsweise führten bei Patienten mit einer bestimmten Form des Speiseröhrenkrebses zu besonders guten Therapieerfolgen. Der zusätzliche Einsatz des Antikörpers Trastuzumab wiederum bringt Magenkrebs-Betroffenen eine Lebensverlängerung von über einem Vierteljahr.


übermittelt am 17.02.2011




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