Nachsorge nach Strahlentherapie dringend empfohlen

Eine Strahlentherapie wird bei der Hälfte aller Krebserkrankungen angewandt. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie mahnt, Nachsorgetermine unbedingt einzuhalten.


Etwa 50 Prozent aller Krebspatienten erhalten nach Angaben der DEGRO im Laufe ihrer Erkrankung eine Strahlentherapie . Hieran schließen sich regelmäßige Nachuntersuchungen an, um eine mögliche Rückkehr der Erkrankung oder Spätfolgen der Behandlung frühzeitig zu erkennen. Diese Nachsorge sei ein fester und wichtiger Bestandteil der Tumortherapie. Sie trage entscheidend zum Gesamterfolg der Behandlung bei. Die Untersuchungstermine sollten deshalb unbedingt eingehalten werden, betont die Fachgesellschaft. Wie lange und in welchen Abständen Nachuntersuchungen notwendig sei, hänge von der jeweiligen Tumorerkrankung ab.

Die Strahlentherapie sei eine wichtige Säule der Krebsbehandlung. In vielen Fällen könne sie den Tumor zerstören. “Ein Rezidiv, also die Rückkehr des Krebsleidens, lässt sich jedoch niemals ganz ausschließen”, sagt Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, DEGRO-Präsidentin und Leiterin der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Marburg. Zudem könne es Monate oder Jahre nach der Behandlung zu Spätfolgen am gesunden Gewebe kommen. Dies können leichte Veränderungen der Haut, Verhärtungen im Bindegewebe oder auch dauerhafte Störungen von Organfunktionen sein.

Um solche Spätkomplikationen und Rezidive frühzeitig zu erkennen, entwerfen die Behandlungszentren für ihre Patienten individuelle Nachsorgepläne. Die Nachsorge erstreckt sich in der Regel über zwei bis fünf Jahre. Für die Patienten stellten die Untersuchungstermine aber nicht nur eine Belastung dar. Im Gegenteil: “Die Nachsorge kann ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, wenn die Befunde unauffällig ausfallen”, sagt Engenhart-Cabillic.

Bei der Planung der Nachsorge unterscheiden die Radioonkologen zwischen Patienten mit hohem, mittlerem und niedrigem Risiko. “Ein hohes Risiko besteht beispielsweise bei einer Therapie mit sehr hohen Strahlendosen”, sagt Professor Dr. med. Michael Flentje, Leiter der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie an der Universität Würzburg. Auch bei einer begleitenden Chemotherapie müssten die Patienten über längere Zeit vom Behandlungszentrum betreut werden. Besonders wichtig sei die Nachsorge zudem bei Patienten, bei denen nach einer Strahlentherapie noch eine so genannte Salvage-Operation durchgeführt wurde. “Diese Eingriffe bieten bei einem Rezidiv noch eine Heilungschance, die nicht verpasst werden darf”, sagt Flentje.

Bei Patienten mit einem mäßigen Risiko könne die Nachsorge nach einiger Zeit auf telefonische Kontakte begrenzt werden. “Gezielte Interviews anhand strukturierter Fragebögen stellen sicher, dass Spätfolgen und Rezidive nicht übersehen werden”, so Flentje. Dieses Vorgehen gelte auch für Patienten mit niedrigem Risiko. Die Gespräche erfolgten hier allerdings in größeren Zeitabständen.


(übermittelt am 25.01.2011)



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