Kleiner Pieks mit großer Wirkung – Impfen gegen Hepatitis A und B schützt

Eine Infektion mit Hepatitis A oder B kann zu Leberversagen und damit zum Tod führen. Eine Kombinationsimpfung schützt mehrere Jahre vor beiden Krankheiten.


Für viele ist es immer noch die so genannte “Gelbsucht” oder auch eine “Schmierinfektion”. Gemeint ist die Infektion mit Hepatitis A-Viren. Sie ist bereits dann möglich, wenn man sich nach dem Toilettengang die Hände nicht wäscht, auf einer Urlaubsreise unsauberes Wasser trinkt oder Nahrungsmittel isst, die nicht komplett durchgegart sind. Manchmal färben sich die Haut und die Augen gelb, daher auch der Name “Gelbsucht”. Bei einem gesunden Erwachsenen verläuft diese Infektion meist folgenlos. Ist man jedoch geschwächt oder schon älter, besteht die Gefahr eines akuten Leberversagens. Auch chronisch Kranke müssen bei einer solchen Infektion mit gravierenden Folgen rechnen. Eine Impfung gegen Hepatitis A könne jedoch genau diesen Folgen vorbeugen, heißt es von Seiten der Deutschen Leberstiftung.

Geimpft werden kann gegen Hepatitis A und Hepatitis B. Es gibt auch einen Kombinationswirkstoff, der dreimal injiziert werden muss und dann gegen Hepatitis A und B schützt. Letztere wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret übertragen. Auch verunreinigte Geräte und Nadeln bei Piercings oder Tattoos können zu einer Infektion mit Hepatitis B führen. Das Hepatitis B-Virus ist hundertmal ansteckender als der HI-Virus. Der kleine Pieks bei der Impfung habe also eine große Wirkung. Denn die Therapie der Hepatitis habe zwar große Fortschritte gemacht, heißt es. Dennoch biete eine Impfung immer noch den größten Schutz vor der Krankheit. Ein Test der Leberwerte beim Hausarzt könne zeigen, ob die Leberwerte erhöht sind und damit eine Erkrankung vorliege. Besonders die chronische Hepatitis B führe häufig zu weiteren Erkrankungen der Leber. Am Ende stehe die Leberzirrhose und der Leberzellkrebs. Mit der Impfung gegen Hepatitis B könne den steigenden Zahlen von Leberkrebspatienten Einhalt geboten werden (in Deutschland geibt es jedes Jahr mehr als 5000 neue Fälle), denn eine solche Vorbeugung sei wie eine Impfung gegen Krebs, heißt es.

Eine Impfung gegen Hepatitis A sei zum Beispiel angezeigt bei Reisen in Länder mit geringer Hygiene und schlechter Trinkwasserversorgung. Dazu gehören unter anderem auch der Mittelmeerraum sowie Osteuropa. Ebenso sei sie wichtig für Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und mit Patienten in Kontakt kommen. Eine Impfung gegen Hepatitis B gehört seit 1995 zu den Standardimpfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt. Ebenso sinnvoll ist sie für Personen, die zum Beispiel regelmäßig mit Blut in Kontakt kommen, Menschen mit wechselnden Sexualpartnern oder bei denen in der Familie oder Umgebung bereits Hepatitis-Kranke leben. Die Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D, da diese Erkrankung nur gemeinsam mit einer Hepatitis B vorkommen kann.

Die Impfungen werden jeweils als aktive Impfungen mit einem Totimpfstoff gegeben, der keine lebenden Viren enthält. Der Körper bildet nach der Impfung Antikörper, die vor einer Hepatitis A bzw. B schützen. Der Impfschutz hält mehrere Jahre an. Die Impfungen seien sicher und gut verträglich, heißt es. Mehrere Millionen Menschen seien bereits geimpft worden.


(übermittelt am 16. April 2012)




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