Ergotherapie zur ADHS Diagnose und Behandlung

Der Berufsverband der Ergotherapeuten informiert darüber, wie eine ergotherapeuthische Diagnose und Behandlung von ADHS abläuft:

Fallen Kinder zuhause oder im Kindergarten durch ihre Sprunghaftigkeit auf, haben sie ständig neue Ideen und können sich nicht länger mit einem Spiel oder anderen Kindern auseinander setzen, kann es sich um eine Impulskontrollstörung handeln. Oft sind Kinder mit einer Impulskontrollstörung unfallgefährdet, was zu einer Daueranspannung bei den Eltern führt. Und: Eine Impulskontrollstörung ist eine der Symptomatiken, aus denen sich ADHS zusammensetzt. Eine weitere Komponente von AD(H)S ist die Aufmerksamkeitsstörung. Eltern bemerken sie beispielsweise daran, dass ihr Kind sich nicht an Regeln hält, nur an Teilaspekte oder nur für kurze Zeit. Ganz nach dem Motto: Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Diese und andere Verhaltensdefizite lassen sich aber sehr gut ergotherapeutisch behandeln, und das, obwohl zum Beispiel eine Impulskontrollstörung schon bei zwei- bis dreijährigen Kindern zu erkennen ist.


Eine zweite Welle von Verhaltensauffälligkeiten zeigen Kindergarten- bzw. Vorschulkinder ab etwa fünf Jahren. Oft sind es die Jungs, die nicht so gerne am Tisch sitzen bleiben, sich vor dem Basteln und Malen drücken wollen. Schafft es ein Kind allerdings gar nicht, länger als einige Minuten einer solchen Aktivität nachzugehen, kann eine ergotherapeutische Behandlung sinnvoll sein, um die grafomotorischen Fähigkeiten rechtzeitig vor dem Schreibenlernen auszuprägen. Damit das gelingt, arbeiten Ergotherapeuten mit allen Beteiligten eng zusammen. Gemeinsam mit den Eltern und Erziehern finden sie heraus, was das Kind am meisten interessiert, worauf es in der Regel etwas mehr Energie und Aufmerksamkeit richtet. Mit diesem für die Ergotherapie typischen Vorgehen setzen sie an den Stärken des Kindes an, trainieren sie spielerisch, prägen sie weiter aus. Und kommen damit Schritt für Schritt den Wünschen und Zielen des Kindes und seiner Familie näher. Ist der behandelnde Ergotherapeut mit der Zeitdauer und Konzentrationsfähigkeit, die das Kind nach den ersten Einheiten in der Ergotherapie alleine in seinem Interessensgebiet zubringen kann, zufrieden, folgt bei Bedarf die nächste Therapiephase. Um nun auch die Kooperationsfähigkeit zu entwickeln und die Umsetzung des Erlernten in den Kindergartenalltag zu verbessern, greifen Ergotherapeuten gerne auf eine Gruppentherapie zurück, bringen also mehrere Kinder zusammen. Mit Unterstützung der ergotherapeutisch instruierten Eltern trainieren die Kinder als nächstes ihr in der Gruppe erworbenes Können zuhause und im Zusammenspiel mit den Geschwisterkindern. Sobald das therapierte Kind auch dabei Erfolgserlebnisse hat, weil es jetzt ein Spiel zu Ende spielen kann oder mit anderen beim gemeinsamen Spiel Freude erlebt, geht es im letzten Schritt der Ergotherapie um die ungeliebten Aktivitäten und das Stillsitzen.


Ergotherapie ermöglicht Brückenschlag auf andere Bereiche Erfahrene Ergotherapeuten fahren ab dann oft zweigleisig. Holen erst mal das ungeliebte Malen vom Tisch weg, verlagern es auf große Platten, auf den Boden oder auf die Straße – was eben zu den Neigungen des Kindes am besten passt. Beliebtere Aktivitäten lassen sie parallel am Tisch ausführen und bauen so die Zeitspanne allmählich immer weiter aus, die das Kind ruhig und in eine Tätigkeit oder ein Spiel vertieft, am Tisch bleibt. Damit erlangen Kinder nicht nur die nötigen Fähigkeiten, einige Grundanforderungen für die bevorstehende Einschulung zu erfüllen. Gleichzeitig ist dies auch der Weg, dank einer therapierten Verhaltensstörung Diagnosen wie zum Beispiel ADHS zu vermeiden.


Weitere Informationen auf www.dve.info




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