Die Zahl der Demenzkranken steigt jährlich um 40.000

In Deutschland leben gegenwärtig 1,5 Millionen Demenzkranke. Zwei Drittel von ihnen haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet, nur etwa 20.000 sind jünger als 65. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt, wird die Zahl der Erkrankten jedes Jahr um 40.000 zunehmen und bis 2050 auf etwa 3 Millionen steigen. Zwei Drittel aller Demenzkranken sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Die starke Zunahme ist bedingt durch die steigende Lebenserwartung sowie die Zunahme der Zahl an älteren Menschen.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Neuberechnung der Zahl der Demenzkranken die Horst Bickel, Psychiatrische Klinik und Poliklinik der Technischen Universität München, für die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) vorgenommen hat.
Die Berechnung basiert auf den vom Statistischen Bundesamt im April 2014 veröffentlichten Bevölkerungsdaten der 2011 durchgeführten Volkszählung. Die neue Erhebung hat ergeben, dass die Zahl der Personen über 65, also der Altersgruppe, die besonders von Demenzerkrankungen betroffen ist, geringer ist, als bisher angenommen.

Jedoch wird nach Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes die Anzahl der über 65-Jährigen in den nächsten Jahrzehnten weiter stark ansteigen. Diese Zunahme und die durch wachsende Lebenserwartung bedingte überproportionale Zunahme der Höchstbetagten werden weiterhin die Krankenzahlen erhöhen. Zu erwarten ist, dass die Zahl der Erkrankten Jahr für Jahr durchschnittlich um 40.000 ansteigen und sich bis 2050 auf 3 Millionen verdoppeln wird. Das entspricht einer Zunahme um mehr als 100 zusätzliche Krankheitsfälle an jedem einzelnen Tag im Verlauf der nächsten vier Jahrzehnte.

Heike von Lützau-Hohlbein, erste Vorsitzende der "Deutschen Alzheimer Gesellschaft(Link zur Webseite)":http://www.deutsche-alzheimer.de/, sagte dazu: "Wir müssen uns klar machen, dass hinter diesen Zahlen menschliche Schicksale stehen. Das Leben jedes einzelnen Betroffenen und das seiner Familie wird durch eine Demenzerkrankung aus der Bahn geworfen. Jeden Tag werden es 100 Menschen mehr, und das auf Jahrzehnte, denn ein wirksames Gegenmittel ist derzeit nicht in Sicht. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft setzt sich dafür ein, dass Demenzkranke ein menschenwürdiges Leben führen können und ihre Familien angemessen unterstützt werden. Dazu sind große Anstrengungen nicht nur in Medizin, Pflege und Betreuung, sondern auch in den Kommunen und der Zivilgesellschaft erforderlich. Sehr bedauerlich ist, dass die Gleichstellung der Demenzkranken in der jetzt angekündigten Reform der Pflegeversicherung wiederum verschoben wurde."

Infoblatt "Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen" auf der Internetseite der DAlzG hier .



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