Wenn positiv negativ ist

Bei den meisten Testverfahren geht es um den Nachweis von Antikörpern gegen den Erreger im Blut, die als Beweis für eine Infektion mit dem Aids-Erreger dienen. Diese bilden sich bis etwa drei Monate nach der Infektion.

Wann sollte man einen Test machen?

Wenn man in einer Risikosituation war, sollte man sich testen lassen, rät die Deutsche AIDS-Hilfe. Viele Ärzte sind der Meinung, dass man regelmäßig einen Test durchführen sollte. So kann die Therapie gegen den Erreger zu einem optimalen Zeitpunkt beginnen, was den Ausbruch von Aids um Jahre verzögern kann. Und gleichzeitig ist ein gute behandelter HIV-Positiver, bei dem die Viren unter die Nachweisgrenze gedrückt wurden, weit weniger infektiös.

Sollte man sich vor einem Test beraten lassen?

Auf jeden Fall. Am besten beim HIV-Spezialisten, der sich etwas mehr Zeit nehmen kann als der normale Hausarzt. Das gilt vor allem für die Übermittlung des Ergebnisses. "Ich frage jeden Patienten vor einem Test: Was würde ein positives Ergebnis denn für Sie bedeuten", sagt der HIV Schwerpunktmediziner Christoph Schuler. Im Zweifelsfall rate er, sich mit Vertrauten vorab zu besprechen.

Wie reagieren Menschen auf ein positives Testergebnis?

Die einen sind innerlich vorbereitet und reagieren eher gelassen. Andere, die fest daran glauben, alles richtig gemacht zu haben, können durch solch eine Nachricht eine heftige Krise erleben. Viele HIV Schwerpunktpraxen kooperieren deshalb auch mit einem Psychotherapeuten. Auf der Plattform www.kbs-berlin.net findet man außerdem Psychosoziale Beratungsstellen Berlins, die dann ebenfalls helfen können.

Wie lange dauert es, bis man sein Testergebnis erfährt?

Die bange Zeit des Wartens auf die Ergebnisse des Labors dauert in der Regel drei bis fünf Tage. Inzwischen gibt es auch einen Schnelltest, deren Ergebnis nach einer Viertelstunde vorliegt. Er wird unter anderem von vielen Ärzten und der Aids-Hilfe angeboten und kostet um die 30 Euro. Allerdings: Bei einem positiven Ergebnis muss es auch hier einen Bestätigungstest geben – und der dauert so lange wie der normale Test. Experten raten von per Internet käuflichen HIV-Schnelltests ab, da sie bei falscher Handhabung leicht falsche Ergebnisse liefern könnten.

Sollte man sich anonym testen lassen?

Die Aids-Hilfen und Gesundheitsämter in den Berliner Bezirken bieten anonyme HIV-Tests an (Kosten um die 10 Euro, bei sozialer Notlage auch kostenlos). Ein solcher anonymer Test könne laut der Deutschen AIDS-Hilfe wichtig sein, wenn es um spätere Versicherungsabschlüsse geht. Denn ein HIV-Test beim Hausarzt werde bei der Krankenkasse aktenkundig – nicht aber dessen Ergebnis. Aber spätestens wenn eine medikamentöse Therapie beginnt, weiß die Kasse sowieso, was los ist.



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