Hintergrund: Rasterfahndung nach dem Tumor

Wissenswertes zum Mammografie-Screening, zu Krebsvorsorge und Diagnose


Was verbirgt sich hinter einer Mammografie?

Das sind Röntgenuntersuchungen der weiblichen Brust. Sie sind neben regulären ärztlichen Untersuchungen wie Ultraschall eine Form, Krebsgeschwulste frühzeitig in der Brust zu erkennen. Diese Vorsorgeuntersuchungen werden ohne notwendige Überweisung des Gynäkologen in so genannten Mammografie-Zentren durchgeführt.


Wie läuft eine Mammografie ab?

Frauen sollten für die Untersuchung Kleidung tragen, die man leicht ablegen kann, da man sich bis zur Taille für die Untersuchung ausziehen muss. Man sollte weder Deodorant noch Creme im Brust- und Achselbereich benutzen, da dadurch die Qualität der Röntgenbilder beeinträchtigt werden könnte. Es werden von beiden Brüsten je zwei Aufnahmen in unterschiedlichen Positionen gemacht. Einmal wird die Brust von oben nach unten durchleuchtet. Der medizinische Fachausdruck hierfür lautet “craniocaudal”. Und einmal schräg von der Mitte her zur Seite, was fachsprachlich als “medio-lateral-oblique” bezeichnet wird. Um das Gewebe gut darstellen zu können, wird die Brust kurz zusammen gedrückt. Das kann unangenehm und auch schmerzhaft sein. Der Druck ist aber notwendig, um mit möglichst geringer Strahlendosis aussagekräftige Aufnahmen erstellen zu können.


Seit wann gibt es in Deutschland Mammografien zur Vorsorge?

Der Bundestag beschloss 2002 mehrheitlich dieses Gesundheitsprogramm, um die Früherkennung zu verbessern. Demnach dürfen sich Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre kostenlos untersuchen lassen. Das gilt auch für jüngere Frauen, deren Verwandte unter Brustkrebs leiden, und dadurch ein erhöhtes Tumorrisiko haben.


Wie verlässlich sind diese Untersuchungen?

Der Nutzen als Krebsvorsorge wird von Experten unterschiedlich bewertet. Kritiker bemängeln die hohe Zahl an Fehlbefunden. So wird geschätzt, dass bei über zehn Prozent der untersuchten Frauen Tumore übersehen werden. Etwa 80 Prozent der Verdachtsfälle – bei denen dann eine Entnahme von Gewebeproben folgt – seien falscher Alarm. Auch sei ihrer Meinung nach nicht nachgewiesen, dass durch diese Untersuchung überhaupt die Sterblichkeit gesenkt werde.


Wie gefährlich ist die Strahlenbelastung?

Röntgenstrahlen sind bekanntlich belastend, deswegen sollte man die Dosis möglichst begrenzen. In den Mammografie-Zentren müssen die Geräte deshalb auch hohe Qualitätsstandards erfüllen. Das starke Zusammendrücken der Brust ermöglicht es, die Strahlenbelastung gering zu halten. Fachleute gehen davon aus, dass der Nutzen der Untersuchung die Risiken der Strahlen bei weitem überwiegt.


Was ist das Mammografie-Screening-Programm?

Das Programm ist eine Ergänzung zur jährlichen Krebsvorsorge. Die Untersuchung ist für gesetzlich Versicherte kostenlos, für privat Versicherte können individuelle Regelungen gelten. Eine Praxisgebühr fällt nicht an. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden regelmäßig im Abstand von zwei Jahren schriftlich zum Mammografie-Screening eingeladen. Den Brief erhält man von der sogenannten Zentralen Stelle, die für die Organisation des Screenings zuständig ist. Die Daten erhält die Zentrale Stelle vom örtlichen Melderegister. Mit der Einladung wird auch ein Merkblatt verschickt, das über Ziele und Inhalte des Programms informiert.


Was passiert mit den Daten?

Der Datenschutz beim Mammografie-Screening-Programm wird streng kontrolliert und entspricht den gesetzlichen Vorgaben. Die Daten, die das amtliche Melderegister zur Verfügung stellt, müssen verschlüsselt werden. Alle Mitarbeiter der Screening-Einheiten unterliegen der Schweigepflicht. Medizinische Befunde zur statistischen Auswertung und Qualitätssicherung werden nur verschlüsselt und anonym weitergegeben.



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