Hilfe und Beratung: Zucker im Blick

Worauf Sie achten sollten und wo Sie Hilfe finden

Qualitätssicherung der Kassenärzte

Im Jahr 2010 nahmen insgesamt 76 “diabetologisch qualifizierte” Ärzte – darunter drei Kinderärzte – am sogenannten Chronikerprogramm für Typ-1-Diabetiker teil. Dafür müssen sie bestimmte qualitative Voraussetzungen erfüllen. Diese Vorgaben sind in einem Vertrag zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und den beteiligten Krankenkassen festgelegt. Eine Liste der 76 Ärzte mit Namen und Telefonnummern bietet die KV Berlin auf ihrer Internetseite zum Download an

Qualifikation: Die Allgemeinmediziner respektive Internisten müssen “diabetologisch qualifiziert” sein, das bedeutet, dass sie entsprechend der Vorgaben der Diabetes-Fachgesellschaft anerkannte Diabetologen sind oder über eine entsprechende Spezialweiterbildung verfügen. Außerdem müssen sie mindestens zwei Mal pro Jahr an diabetesspezifischen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen.

Mindestpatientenzahlen: Um Patienten mit Diabetes 1 im Rahmen des Chronikerprogramms behandeln zu dürfen, müssen die Mediziner jährlich mindestens 45 Diabetes-1-Patienten betreuen und mindestens 20 Patienten im Umgang mit der Krankheit schulen. Laut dem aktuellen Qualitätsbericht der KV für das Jahr 2008 versorgten die damals 71 an dem Programm teilnehmenden Diabetologen insgesamt rund 6400 Patienten.

Ausstattung der Praxis: Eine Diabetes-Schwerpunktpraxis muss mindestens einen Diabetesberater und einen Diabetesassistenten mit zweijähriger Ausbildung in Vollzeit oder entsprechend mehr Mitarbeiter in Teilzeit angestellt haben. In der Einrichtung müssen Geräte zur Blutdruck- und Blutzuckermessung, für ein EKG, für Ultraschalluntersuchungen (eventuell auch in Kooperation mit einer anderen Praxis) sowie zur Basisdiagnostik von Erkrankungen des Nervensystems, etwa Stimmgabel und Reflexhammer, vorhanden sein.

Behandlungsqualität: Ein wesentliches Therapieziel bei der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1 ist die Vermeidung von schweren Hypoglykämien, also Unterzuckerungen. Als erreichbares Ziel gilt, dass im ersten Jahr des Chronikerprogramms weniger als 20 Prozent, im dritten Jahr unter 15 Prozent der Patienten aufgrund von schweren Hypoglykämien mehr als zweimal innerhalb von sechs Monaten behandelt werden müssen. Diabetiker können wegen schwerer Stoffwechselentgleisungen ins diabetische Koma fallen. Im ersten Jahr sollten weniger als fünf Prozent der Patienten, im dritten Jahr nur noch maximal zwei Prozent aufgrund dieser Ketoazidosen stationär behandelt werden müssen. Schließlich sollen auch Folgeerkrankungen vermieden werden, denn diese erhöhen Studien zufolge das Sterberisiko. Der Anteil der Patienten mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen soll im ersten Jahr mindestens 70 Prozent betragen, im dritten Jahr schon mehr als 90 Prozent.


Hilfe und Beratung

Das Internetportal www.diabetesDE.de bietet zahlreiche Informationen zum Thema. Das Portal entstand auf Initiative der medizinischen Fachgesellschaft der Diabetologie und des Berufsverbandes der Diabetesberater. DiabetesDE bietet auch eine telefonische Beratung zum Thema, und das rund um die Uhr unter der Telefonnummer (01802) 50 52 05 (6 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz). Auch die folgenden Internetseiten bieten Beratung. Einige davon sind kommerziell, andere stammen von Selbsthilfegruppen. Zum Teil sind die Seiten von Pharmafirmen gesponsert. Es handelt sich hier nur um eine Auswahl: www.diabetikerbund.de www.diabetes-gate.de www.diabetes-deutschland.de www.diabetes-news.de www.diabetesinfos.net www.diabSite.de www.diabetes.de www.diabetes-world.net




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