Überernährung ist inzwischen weltweit größtes Krankheitsrisiko

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt vor einem weltweiten Anstieg durch Übergewicht verursachter Diabeteserkrankungen. Anlass ist die aktuelle Analyse der Global Burden of Disease Study, die neben einer Gruppe von vierzehn Ernährungsfehlern auch einen zu hohen Body-Mass-Index nennt. Nicht Hunger und Mangelernährung, sondern eine ungesunde Ernährung und Übergewicht würden weltweit zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für Krankheit und vorzeitigen Tod gehören.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt vor einem weltweiten Anstieg durch Übergewicht verursachter Diabeteserkrankungen. Anlass ist die Analyse der Global Burden of Disease Study, die neben einer Gruppe von vierzehn Ernährungsfehlern auch einen zu hohen Body-Mass-Index nennt. Nicht Hunger und Mangelernährung, sondern eine ungesunde Ernährung und Übergewicht würden weltweit zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für Krankheit und vorzeitigen Tod gehören.

Die Situation der Welternährung habe sich seit 1990 stark gewandelt, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft Dietrich Garlichs. „Zwar gebe es immer noch Krisenregionen vor allem in Afrika, wo es zu wenig zu essen gibt und Kinder an Unterernährung sterben, in den meisten Ländern ist der Mangel jedoch einem Überfluss an ungesunden und kalorienreichen Nahrungsmitteln gewichen.“

Die Folgen sind in vielen Ländern nicht mehr zu übersehen. Laut Weltgesundheitsorganisation waren 2014 mehr als 1,9 Milliarden Erwachsene übergewichtig, davon 600 Millionen sogar fettleibig. Parallel dazu steige die Anzahl der Diabetespatienten stetig an. Weltweit seien derzeit 382 Millionen Menschen betroffen, bis 2035 wird die Zahl der Erkrankten voraussichtlich 592 Millionen erreichen.

Besonders dramatisch sei die Situation derzeit in Lateinamerika. Die DDG verweist in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der WHO-Lateinamerika (Pan American Health Organization), nach dem der Pro-Kopf-Verzehr von Fastfood-Produkten seit 2000 um mehr als ein Viertel gestiegen ist. „Lateinamerika hat sich innerhalb kürzester Zeit nach Nordamerika, Australien, Asien und Westeuropa zum viertgrößten Absatzmarkt für Fastfood und Süßgetränke entwickelt“, sagt Garlichs. „Der Kontinent erlebt eine starke Adipositas-Welle, der eine Zunahme von Diabeteserkrankungen folgen wird.“

Die DDG fordert deshalb eine Reform der Präventionspolitik. „Die bisherige Strategie der Gesundheitspolitik, an die Vernunft des Einzelnen zu appellieren, ist nachweislich gescheitert, wie der Tsunami der chronischen Krankheiten zeigt“, sagt Garlichs. Stattdessen möchte die DDG eine einfache Lebensmittelkennzeichnung nach dem Ampelprinzip, Anreize und Preissignale durch eine Zucker-Fettsteuer und jeden Tag eine Stunde Sport in Kita und Schule durchsetzen. „Nur so werden wir das jetzt in die Weltentwicklungsziele aufgenommene Ziel, die chronischen Erkrankungen bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren, erreichen können“, sagt Garlichs.

 

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http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26364544

 

Die 14 Ernährungs-Risikofaktoren laut der Burden of Disease Study:

Zu wenig Obst

Zu wenig Gemüse

Zu wenig Vollkorn

Zu wenig Nüsse und Samen

Zu wenig Milch

Zu viel rotes Fleisch

Zu viele Wurstwaren

Zu viele zuckerhaltige Getränke

Zu wenig Ballaststoffe

Suboptimale Kalziumversorgung

Zu wenig Omega-3 Fettsäuren

Zu wenige mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Zu viele Transfette

Zu viel Salz

 

Weitere Informationen unter:

www.ddg.info



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