Prostatakrebs muss nicht immer therapiert werden

Der Bundesverband der Urologen, die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin möchten Patienten mit Prostatakrebs schonender behandeln.

Der Bundesverband der Urologen, die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin möchten Patienten mit Prostatakrebs schonender behandeln.

Prostatakrebs wächst oft sehr langsam. Eine Operation oder Bestrahlung sei deshalb nicht immer sinnvoll. "Gerade bei älteren Männern mit einem nicht aggressiven Karzinom ist die Chance sehr hoch, dass sie trotz der Krebserkrankung ein normales Leben ohne Beschwerden und Einschränkungen führen können", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung vom 12. Mai 2014.

Wichtig sei es jedoch den Krebs regelmäßig zu untersuchen. Die sogenannte Active-Surveillance-Methode – zu deutsch aktives Überwachen – könne deshalb eine gute Alternative zu den nicht immer erforderlichen invasiven Therapien wie Operation oder Bestrahlung sein.

Ermöglichen soll dies ein neuer Versorgungsvertrag der AOK Nordost mit dem Berufsverband der Urologen und der Kassenärztlichen Vereinigung. "Mit dem neuen Versorgungsvertrag wollen wir unseren Versicherten wann immer möglich sowohl die Strapazen als auch die unter Umständen möglichen Folgen von Prostata-Operationen oder Bestrahlungen wie Inkontinenz und Impotenz ersparen oder diese möglichst lange hinauszögern", erklärt die AOK Nordost.

Der Versorgungsvertrag sieht ein ausführliches Arzt-Patientengespräch vor, in dem über alle infrage kommenden Therapiemöglichkeiten aufgeklärt und Vor- und Nachteile der Active Surveillance-Methode erläutert werden. Nimmt der Patient teil, wird er einmal im Quartal zur Untersuchung des PSA-Wertes und einem anschließenden Gespräch eingeladen.



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