Zahngesundheit im Kindesalter: Ärzte und Hebammen starten Kampagne gegen Nuckelflaschenkaries

Karies gilt als häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter - und das im Gegensatz dazu, dass die Mediziner allgemein einen Rückgang der Karies feststellen. Die Zahnärzteschaft stellt deshalb neues Konzept zur Prävention frühkindlicher Zahnschäden vor.

Frühkindliche Zahnschäden sind in Deutschland ein wachsendes Problem. Karies gilt als häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter - und das im Gegensatz dazu, dass die Mediziner allgemein einen Rückgang der Karies feststellen. Deshalb will die Zahnärzteschaft Vorsorge und Therapie bei Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr verbessern. Die Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung haben gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinderzahnärzte, dem Deutschen Hebammenverband (DHV) und unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Greifswald ein neues Versorgungskonzept entwickelt.

Unter dem Titel „Frühkindliche Karies vermeiden“ fordern die Autoren des Konzeptes, für Kleinkinder zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat drei systematische zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen einzuführen und im "gelben Heft" für ärztliche Kinder-Untersuchungen zu dokumentieren. Die Früherkennung soll präventive und gesundheitserzieherische Maßnahmen umfassen. Damit Karies frühzeitig erkannt, schmerzfrei behandelt und im Anfangsstadium sogar geheilt werden kann, sollen Eltern über richtige Mundhygiene und zahngesunde Ernährung aufgeklärt werden.

„Nach der Geburt interessieren sich Mütter besonders stark für Informationen, die die Gesundheit ihrer Babys betreffen. Die Erfahrungen der Hebammen zeigen jedoch, dass die Mütter dabei zu selten an die Mundhygiene denken. Wir wollen daher sowohl die Zahngesundheit der Mutter in der Schwangerschaft als auch die Vorsorge beim Kind zukünftig noch stärker thematisieren“, sagt Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied des DHV.

Der frühzeitige Verlust von Milchzähnen beinträchtige das Kauvermögen, behindere die Sprachentwicklung und Entwicklung der bleibenden Zähne, sagt Christian Splieth von der Universität Greifswald. Trotzdem sind zahnmedizinische Früherkennungsmaßnahmen in der Gesetzlichen Krankenversicherung bisher erst ab dem 30. Lebensmonat vorgesehen.



Artikelsuche ?

Tagesspiegel GESUND

Tagesspiegel Gesund 08 Tagesspiegel Gesund 09 Tagesspiegel Gesund 10

Fachkompetentes Praxiswissen informativ aufbereitet
Informationen zu Behandlungsmethoden und Gesundheitstrends aus Berlin und Umgebung
Von der Gesundheitsberater-Berlin-Redaktion

Aktuell am Kiosk oder direkt im
Tagesspiegel-Shop

Wir liefern Qualität

Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Texte entstehen, wie die Daten geprüft werden und wie sich das Portal finanziert.
Jetzt informieren.

Sie sind uns wichtig und wir freuen uns über Ihre Meinung zu unserem Portal. Welche Themen andere Leser interessierten lesen sie unter Leser fragen - die Redaktion antwortet