Koloskopie für die Darmkrebsvorsorge unerlässlich

Eine kürzlich im Fachmagazin „Gastroenterology“ erschienene Studie zeigt, dass im Rahmen der Vorsorge-Koloskopie Ärzte bei 31 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen Darmpolypen finden. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) betont deshalb, dass eine regelmäßige Darmspiegelung die beste Vorsorge gegen Darmkrebs ist.

Eine kürzlich im Fachmagazin „Gastroenterology“ erschienene Studie zeigt, dass im Rahmen der Vorsorge-Koloskopie Ärzte bei 31 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen Darmpolypen finden. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) betont deshalb, dass eine regelmäßige Darmspiegelung die beste Vorsorge gegen Darmkrebs ist.

Darmkrebs ist eine Folge von Mutationen in den Darmzellen. Zunächst entwickeln sich Darmpolypen, aus denen dann über mehrere Jahre ein Darmkrebs entstehen kann. Diese lange Entwicklungszeit bietet gute Chancen, den Krebs in einem früheren Stadium zu entdecken oder durch die Entfernung der Polypen gänzlich zu vermeiden. Alle Krankenversicherten können ab dem 50. Lebensjahr jährlich kostenlos Stuhlproben auf Blutspuren untersuchen lassen, die von vielen Tumoren freigesetzt werden. Ab dem 55. Lebensjahr besteht Anspruch auf eine Darmspiegelung, die aufgrund der langsamen Darmkrebsentwicklung nur alle zehn Jahre wiederholt werden muss, Noch während der Untersuchung können die Mediziner eventuelle Darmpolypen aus der Darmwand entfernen und damit die Entstehung von Krebs verhindern. Menschen mit einem sehr hohen Darmkrebsrisiko sollten bereits mit Anfang 40 mit der Darmspiegelung beginnen. 

Die DGVS bedauert, dass trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit der Darmkrebsvorsorge, die Teilnahmeraten immernoch viel zu gering seien. Seit der Einführung der Vorsorge-Koloskopie im Jahr 2002 habe nur jeder fünfte Erwachsene über 55 Jahre die Chance zur Darmkrebsvorsorge ergriffen. Dennoch verzeichnet das Robert Koch-Institut einen leichten Rückgang der Darmkrebserkrankungen und der Darmkrebstodesfälle. „Würden mehr Menschen teilnehmen, ließe sich Darmkrebs in noch größerem Maßstab verhindern“, sagt Christian Trautwein , DGVS-Mediensprecher und Direktor der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Aachen.

Ein ungesunder Lebensstil gilt als wichtiger Auslöser für Darmkrebs. Neben den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuftem roten Fleisch und Wurstwaren gehören auch übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel zu den anerkannten Risikofaktoren. „Aber selbst das Meiden aller fünf bekannten Risiken kann das Darmkrebsrisiko allenfalls um ein Viertel senken“, sagt Trautwein. Denn viele Ernährungs- und Umweltrisiken seien noch nicht bekannt. Zudem habe etwa ein Viertel aller Darmkrebspatienten ein erhöhtes Risiko aufgrund ihrer Erbanlagen



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