Hufeland-Preis für Projekt zur Frühprävention im Kindesalter

Die Forschungsarbeit "Gesundheit und Motorik bei Kindern und Jugendlichen besorgniserregend – Ideen, Umsetzung und Effekte eines vielschichtigen Präventionskonzeptes – Frühprävention im Kindergartenalter" wurde am 24. Oktober 2013 mit dem mit 20.000 Euro dotierten "Hufeland-Preis" ausgezeichnet.

Die Forschungsarbeit "Gesundheit und Motorik bei Kindern und Jugendlichen besorgniserregend – Ideen, Umsetzung und Effekte eines vielschichtigen Präventionskonzeptes – Frühprävention im Kindergartenalter" wurde am 24. Oktober 2013 mit dem mit 20.000 Euro dotierten "Hufeland-Preis" ausgezeichnet. Die Ergebnisse des von den Preisträgern realisierten Projektes zeigten nicht nur eine frühzeitige und mit der Dauer der Intervention zunehmende körperliche Fitness und verbesserte motorische Leistungsfähigkeit, sondern zugleich auch eine günstige Beeinflussung der Blutdruckregulation in Ruhe und bei körperlicher Belastung, teilte die Stiftung Hufeland-Preis mit. Um derartige Effekte auch im Grundschulalter zu erzielen, wurde ein entsprechend modifiziertes Bewegungsprogramm für die Grundschule entwickelt und in vielen Schulen eingeführt. Zusätzlich wurde die Nachhaltigkeit dieser Interventionsmaßnahme durch die Ausbildung der jeweiligen Erzieher und Lehrer zu kompetenten Multiplikatoren gesichert, die das Bewegungsprogramm nach einer anfänglichen Anleitungsphase kostenneutral fortsetzen. Inzwischen nehmen mehr als 10.000 Kinder in zahlreichen Bundesländern an dem Programm Fitness für Kids – Frühprävention im Kindergarten- und Grundschulalter teil.

Die diesjährigen Preisträger Kerstin Ketelhut und Reinhard G. Ketelhut betonten, ihr Projekt zeige, wie Prävention effizient und praktikabel in Kindergärten und Grundschulen umgesetzt werden könne. Konzepte dieser Art gelte es aufzugreifen und in Form flächendeckender Präventionsmaßnahmen in ganz Deutschland zu implementieren, damit sie in naher Zukunft zum festen Bestandteil des Kindergarten- und Schulalltags würden. "Schließlich besteht dringender Handlungsbedarf", betonten sie.

In einer Podiumsdiskussion aus Anlass der Preisverleihung wurde das Thema „Präventionsziel gesund aufwachsen - Was muss geschehen um es zu verwirklichen?“ diskutiert. Es bestand Konsens darin, dass Übergewicht und Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft eine anhaltende Progredienz zeigen und dass das prämierte Konzept als flächendeckende Präventionsmaßnahme geeignet ist, zum festen Bestandteil des Kindergarten- und Schulalltags zu werden. Zu den Gründen hierfür konnte jeder der Podiumsteilnehmer –zum Teil aus ganz persönlicher Erfahrung- etwas beitragen: Es gibt keine Zwänge, sich an Reckstangen zu quälen oder auf schweißtriefenden Turnmatten zu verrenken, sondern einen spielerischen Umgang mit dem natürlichen Bewegungstrieb; es sind keine teuren Geräte nötig, sondern es reichen einfache Hilfsmittel wie Kartons oder Bänke; es gibt kein „jetzt sitz mal still“, sondern ein Fördern und Lenken der Bewegungsenergie. An der Diskussion beteiligten sich auch zahlreiche Vertreter der Ärzteschaft im Forum.



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