Zahl der Diabetespatienten steigt, Folgeerkrankungen sind rückläufig

Neue Studien belegen, dass Diabetesfolgeerkrankungen deutlich zurückgehen. Trotzdem bleiben Mediziner alarmiert, denn die Zahl der Diabetesneuerkrankungen steigt

Neue Studien belegen, dass Diabetesfolgeerkrankungen deutlich zurückgehen. Trotzdem bleiben Mediziner alarmiert, denn die Zahl der Diabetesneuerkrankungen steigt

Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen – dies sind gefürchtete Folgeerkrankungen eines langjährigen Diabetes. Neuen Untersuchungen zufolge treten diese Folgeerkrankungen jedoch seltener auf als gedacht. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung des Forscherteams um Ulrich Müller, Leiter der Klinik für Innere Medizin III am Uniklinikum Jena. Zu ähnlichen Ergebnissen kam nun auch eine Studie des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

So sei die Zahl der Herzinfarkte bei Diabetespatienten in den letzten beiden Jahrzehnten um zwei Drittel zurückgegangen, bei Schlaganfälle und Amputationen hätten sich die Fälle mehr als halbiert. Auch Todesfälle infolge eines diabetischen Komas seien deutlich seltener geworden.

Mediziner sehen trozdem keinen Grund zur Entwarnung, denn während die Zahl der Folgeerkrankungen sinkt, steigt die Zahl der Diabetesneuerkrankungen. „Wir sehen immer mehr Menschen, die als Folge von Übergewicht und Bewegungsmangel an einem Typ-2-Diabetes erkranken“, sagt DGE-Sprecher Helmut Schatz. Insgesamt müsse man somit trotz heute besserer Versorgung davon ausgehen, dass die absoluten Zahlen der Diabeteskomplikationen weiter zunehmen werden.

Die DGE fordert deshalb mehr Präventionsmaßnahmen und Unterstützung durch die Politik – Eine Ampelkennzeichnung für Nahrungsmittel, die verbraucherfreundlicher sei als der jetzt obligatorische Nährwertkasten mit Zahlenangaben oder höhere Steuern für zuckerhaltige Getränke. Ein weiterer effektiver, wenn auch aufwendiger Ansatz seien Präventionsmanager, die Hoch-Risiko-Personen regelmäßig persönlich beraten, heißt es in dem Statement der DGE.



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