Ratgeber: Vor- und Nachteile der Demenz-Wohngemeinschaften

Hier finden Sie Informationen und Beratungsmöglichkeiten zu Wohngemeinschaften für Demenzkranke.

*Raus aus der Isolierung, rein in den Alltag:* Bundesweit wurden die ersten Demenz-Wohngemeinschaften Anfang der neunziger Jahre in Berlin gegründet. Ursprünglich wurde der Gedanke, Demenzkranke in eigenen Wohnungen oder Häusern zu pflegen, 1946 in Frankreich geboren. Sie stammt von dem Humanisten Armand Marquiset. Dafür gründete er den Verein "Freunde alter Menschen", der auch in den USA und Deutschland tätig ist. Im Durchschnitt lebt in diesen Einrichtungen eine Gruppe von sieben demenzkranken Menschen unter Aufsicht von Pflegepersonal zusammen. Dahinter steht die Idee, Demenzkranke aus der Isolierung herauszuholen, um ihnen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu bieten. Die Bewohner nehmen aktiv an Alltagsarbeiten wie Kochen, Gartenarbeit oder Aufräumen teil. Durch die kleinen Gruppen soll eine individuellere Pflege als in Heimen möglich sein. Weitere Infos finden Sie beim Verein Freunde alter Menschen .
*Qualitätskontrollen:* Bisher gab es für Demenz-WGs in Berlin keine rechtlich fixierten Vorschriften – ihre Qualität war deshalb schwierig zu überprüfen. Da die Wohngemeinschaften nicht als Pflegeheime gelten, hatte die Heimaufsicht keine Kontrollbefugnis. Mit dem Wohnteilhabegesetz, das am 1. Juli 2010 in Kraft getreten ist, sind Wohngemeinschaften mit 24-Stunden-Betreuung, wie bei Demenzkranken üblich, nun meldepflichtig geworden. Sozialdienste müssen der Heimaufsicht daher Zahl und Pflegestufe der Bewohner melden. Bei Beschwerden ist eine anlassbezogene Prüfung möglich. ("Hintergrund: Ein lukratives Geschäft(Link zum Hintergrund: Ein lukratives Geschäft)":http://www.gesundheitsberater-berlin.de/pflegeheime_themen_pflege-von-demenz-erkrankten/hintergrund-ein-lukratives-geschaft--2/)
*Beratung und Hilfe:* Pflegestützpunkte Berlin , Telefon: (0800) 59 500 59 (wochentags 9–18 Uhr / kostenfrei) Hilfelotse Berlin Pflege in Not Beratungs- und Beschwerdestelle, Bergmannstraße 44, 10961 Berlin-Kreuzberg, Telefon: (030) 69 59 89 89 Selbstbestimmtes Wohnen im Alter Herbert-Tschäpe-Straße 49, 10369 Berlin-Lichtenberg, Telefon (030) 85 40 77 18



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