Ratgeber: Was ist Demenz?

Hier finden Sie Informationen und Beratungsmöglichkeiten zum Thema Demenz

Demenz bezeichnet einen Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit – besonders der Gedächtnisleistung und des Denkvermögens. Demenz tritt verstärkt im hohen Alter auf. Von den über 65-Jährigen leiden weltweit rund 8 bis 13 Prozent daran. Bei den über 90-Jährigen sind es mehr als 40 Prozent. In Deutschland leben zurzeit mehr als eine Million Demenzkranke, jährlich gibt es rund 250 000 Neuerkrankungen. Da das Durchschnittsalter der Bevölkerung kontinuierlich steigt, gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,3 Millionen anwachsen wird.


Was sind Ursachen?

In rund zwei Drittel aller Fälle ist eine Alzheimererkrankung für den geistigen Verfall verantwortlich. Aber auch Durchblutungsstörungen können die Hirnsubstanz verändern und damit beeinträchtigen. Frauen und Männer tragen das gleiche Risiko, an Demenz zu erkranken. Durch ihre im Durchschnitt höhere Lebenserwartung sind Frauen überproportional vertreten und machen mit etwa 70 Prozent die Hauptgruppe aller Erkrankten aus.


Was kann man dagegen tun?

Für die Mehrzahl der Betroffenen gibt es derzeit keine Heilungschance. Die Symptome können unter Umständen medikamentös verlangsamt werden. Einer durch verengte Gefäße oder Alkoholmissbrauch bedingten Demenz kann man vorbeugen. Experten meinen, dass eine gesunde Lebensführung das Risiko deutlich senken kann. Empfohlen wird nicht nur ein Verzicht auf Alkohol und Zigaretten, sondern auch eine regelmäßige Prüfung der Cholesterin- und Blutdruckwerte.


Wie viel Geld wird von den Pflegekassen für die Betreuung erstattet?

Menschen mit Demenz benötigen nicht nur Hilfe im Alltag, sondern oft auch langfristige Beaufsichtigung. Die kostet Geld. Um die Betroffenen zu entlasten, erstattet die Pflegekasse derzeit Kosten für Betreuungsleistungen für Demenzkranke mit der Pflegestufe 0 von bis zu 200 Euro im Monat.


Welche Angebote gibt es?

In Berlin gibt es rund 60 Pflegeeinrichtungen, die sich auf eine Betreuung demenzkranker Menschen spezialisiert haben (zu finden über den Punkt “Spezialisierung” in der Pflegeheimsuche ). Um eine höhere Zuzahlung für den größeren Aufwand abrechnen zu können, müssen die Pflegeheime einen Katalog von Vorgaben beachten, etwa die Verpflichtung, besondere Betreuungsformen anzubieten, die den biografischen Hintergrund der Bewohner berücksichtigen, eine vorgeschriebene Personaldichte und eine jährliche Fortbildung der Mitarbeiter. Eine Alternative zur Unterbringung im Heim sind Wohngruppen. In Berlin gibt es mehr als 200 solcher Einrichtungen. Experten loben diese Form des Zusammenlebens, weil die Patienten relativ selbstständig bleiben und sich an alltäglichen Verrichtungen beteiligen können. Kritisiert wird jedoch die mitunter geringe Qualifikation und Anzahl der Pflegekräfte (siehe auch Ein lukratives Geschäft und Vor- und Nachteile der WGs ).


Wo bekomme ich Hilfe?

Informationen bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft telefonisch unter (01803) 17 10 17 (9 Cent pro Minute) an. Das Alzheimer Forum ist unter (030) 47 37 89 95 zu erreichen. Das Pflegeportal der Senatssozialverwaltung bietet Informationen und Beratung rund um das Thema Pflege. Auch Verbraucherzentralen informieren über betreute Wohngruppen: (0900) 18 87 71 04 (montags 10 bis 12 Uhr und donnerstags 14 bis 16 Uhr, 9 Cent pro Minute).




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