Heimärzte: Berliner Projekt kann fortgeführt werden

Das erfolgreiche “Berliner Projekt”, in dem Heimärzte zur Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Menschen direkt in den Heimen zur Verfügung stehen, wird fortgesetzt. Die Vertragspartner haben sich auf einen neuen, unbefristeten Vertrag geeinigt, der Anfang Juli 2011 startete, teilte die AOK Nordost jetzt mit.


Am Berliner Projekt beteiligten sich zurzeit die AOK Nordost, die IKK Brandenburg und Berlin, die Siemens Betriebskrankenkasse, die Bahn BKK, die Kassenärztliche Vereinigung Berlin und mehr als 40 Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie die Berliner Krankenhausgesellschaft und der Verband privater Kliniken und Pflegeeinrichtungen Berlin-Brandenburg e.V., welche die teilnehmenden 32 Pflegeeinrichtungen vertreten, heißt es in der Pressemitteilung.

Das mehrfach ausgezeichnete Berliner Projekt hat bundesweit Signalwirkung gehabt und als Modell für weitere Einrichtungen und auch andere Krankenkassen gedient. Das Berliner Projekt ging 1998 aus den ehemaligen “Krankenheimen für chronisch Kranke” hervor, die es in ihrer Art nur in Berlin gab: In diesen Heimen waren bereits vor Einführung der Pflegeversicherung Ärzte und Therapeuten angestellt. Das Berliner Projekt bot nun erstmalig auch freiberuflich tätigen Ärzten die Möglichkeit, die komplette Versorgung von Heimbewohnern zu übernehmen. Durch das 1998 gestartete Modellprojekt sollte den Bewohnern auch weiterhin eine hochwertige ärztliche sowie medizinisch-therapeutische Versorgung gewährleistet werden.

Mithilfe des Berliner Projekts habe die Lebens- und Versorgungsqualität der circa 2300 Bewohner aus den beteiligten Heimen deutlich verbessert werden können. Beispielsweise können unnötige und belastende Krankenhausaufenthalte und Transporte vermieden werden. So ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte für Bewohner in Projekteinrichtungen mit circa 50 Prozent gegenüber nicht ins Projekt eingebundenen Menschen in anderen Einrichtungen deutlich geringer. Weniger Ausgaben zeigen sich auch bei Fahrkosten und Arzneimitteln. Wesentlich geringere Ausgaben bei gleichzeitiger Verbesserung der Versorgungsqualität lassen sich somit durch das Berliner Projekt erzielen.

Die am Projekt beteiligten Vertragsärzte bieten ihren Patienten eine wöchentliche Visite in dem jeweiligen Heim und sind im Bedarfsfall rund um die Uhr erreichbar. Für die interdisziplinäre medizinische und therapeutische Versorgung der Heimbewohner arbeiten Vertragsärzte, Therapeuten, Pflegekräfte und die Verantwortlichen der Pflegeeinrichtungen gemeinsam.

Durch eine verbesserte Vergütungsstruktur des neuen Vertrages könnten alle profitieren, teilte die AOK mit: Ärzte und Therapeuten von höheren Honorarzahlungen ebenso wie die Pflegeeinrichtungen von möglichen Erfolgsboni und zufriedeneren Bewohnern. Das Projekt komme somit allen zugute: Den betroffenen Heimbewohnern, den Ärzten, den Pflegeeinrichtungen und den Krankenkassen.


(übermittelt am 8. Juli 2011)




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