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Renate Zimmermann, 75 Jahre

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Foto: Mike Wolff

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Von Wundern hat sie nicht nur geträumt. Als schwerer Pflegefall kam Renate Zimmermann im Diakonischen Pflegewohnheim Schillerpark an. Schnell kam sie wieder auf die Beine und hilft seit dem im Weddinger Heim, wo es geht – Hauptsache unterwegs.

Renate Zimmermann (75 Jahre, Pflegestufe II) spricht über ihr Leben im Diakonischen Pflegewohnheim Schillerpark, Mitte.


Die Tanzwütige

“Nachher gehen wir hier Samba tanzen”, sagt Renate Zimmermann, lacht und wippt mit den Füßen, als wollte sie auf der Stelle loslegen. In ihrem Lieblingstanzlokal in Wedding hatte die 75-Jährige in ihrer Jugend bis in die Morgenstunden getanzt. Heute aber geht auch das nicht mehr – nicht weil sie nicht könnte. Eher wegen der Männer im Pflegewohnheim. “Die können körperlich nicht so recht mithalten.” Wenn man Renate Zimmermann sieht, kann man sich nur schwer vorstellen, dass es unter Pflegern als ein kleines Wunder gilt, dass sie heute wieder laufen und sich zur Musik bewegen kann. Ende 2008 kam sie nach einer Odyssee durch Berliner Krankenhäuser in das Schillerpark-Wohnheim. Der Diabetes, ein Herzinfarkt und Nierenversagen hatten ihren Körper so sehr geschwächt, dass sie lange nicht aufstehen konnte, oft weinte. Heute ist aus dieser Zeit nur noch der Teddy übrig, den ihr ein Pfleger am Tag ihrer Ankunft geschenkt hatte. Die liebevolle Sorge der Pfleger, davon ist Renate Zimmermann überzeugt, hat sie wieder aufgebaut.


Die Weltenbummlerin

Die anderen Bewohner nennen Frau Zimmermann “Schwester Renate”. Sie ist eine der jüngsten Bewohnerinnen im Heim und packt mit an, wo es etwas zu tun gibt: hilft im Speisesaal, schiebt die Rollstuhlfahrer unermüdlich durch den großen Park. Unterwegssein, Bewegung, das ist ihr immer wichtig gewesen. “Reisen war meine große Leidenschaft”, sagt sie. Keine Kinder und den richtigen Mann für ein Leben auf Achse, dadurch hat sie die Welt gesehen: Die Basare in Istanbul und Ismir, die Markthalle auf Madeira, die bunten Strelizienfelder an deren Küste. Obwohl der Diabetes ihre Netzhaut geschädigt und ihr die Sicht getrübt hat, kann sie diese Orte vor ihrem inneren Auge abrufen. “Als wäre ich gestern dort gewesen”, sagt sie lächelnd.


Die Angekommene

Jeden Tag bekommt Renate Zimmermann Besuch von einer ihrer drei jüngeren Schwestern. Manchmal machen sie einen Ausflug nach Stralsund. Das reicht auch, sagt sie. Weg aus dem Heim will sie nicht mehr. Der geregelte Tagesablauf gefällt ihr. Außerdem sei hier immer etwas los, es gebe jeden Tag etwas zu Bequatschen mit ihrer besten Freundin, die jetzt im Rollstuhl neben die Parkbank gerollt kommt. “Guck mal, da kommt Paulchen”, sagt Renate Zimmermann und zeigt auf einen Herren, der gerade die Terrasse betreten hat. Die beiden Frauen werfen sich einen verschwörerischen Blick zu und fangen an zu kichern.


Markus Langenstraß

Artikel zuletzt aktualisiert am: 30.09.2014

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