Joachim Schaarschmidt

Unerwartet kippt er während der Arbeit um: Schlaganfall, Notoperation, erneuter Schlaganfall. Seit dem arbeitet Joachim Schaarschmidt im AWO Seniorenwohnen Lore-Lipschitz-Haus mit Therapeuten an seiner Gesundheit, um bald wieder auf eigenen Füßen zu stehen.

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Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Joachim Schaarschmidt (63 Jahre, Pflegestufe II) berichtet über sein Leben im AWO Seniorenwohnen Lore-Lipschitz-Haus, Lichtenrade.


Schicksalsschlag

Plötzlich wird ihm schwarz vor Augen. Dann kippt Joachim Schaarschmidt ohne Vorwarnung um, mitten im Gespräch mit einem Kunden. Der gelernte Werkzeugmacher war an diesem sonnigen Sommertag vor sechs Jahren als Handelsreisender im südbrandenburgischen Senftenberg unterwegs. Der damals 57-jährige Vater einer Tochter und Großvater eines Enkels vertreibt Baumaschinen. Ein hoher Blutdruck hat ein Gefäß an einer schwachen Stelle platzen lassen. Eine Hirnblutung, stellen die Ärzte in der Rettungsstelle des nächstgelegenen Krankenhauses fest. Bei der Notoperation erleidet Joachim Schaarschmidt zusätzlich einen Schlaganfall.


Im Heim

Als Joachim Schaarschmidt wenig später in das Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt im grünen Süden Lichtenrades überwiesen wird, kann er sich kaum bewegen. Das Gleichgewichtsgefühl ist völlig weg, seine Stimme versagt immer wieder. Noch kurz zuvor war Joachim Schaarschmidt kerngesund. “Ich habe in all den Jahren zuvor nie einen Arzt gebraucht”, sagt Schaarschmidt rückblickend. Der Schwabe zog mit seinen Eltern 1965 nach Westberlin. In den siebziger Jahren arbeitete er als Rausschmeißer im Amüsiertempel “Big Eden”. 1977 heiratete er seine heutige Frau, die ihn seit zwei Jahren fast täglich im Lore-Lipschitz-Haus der Arbeiterwohlfahrt besucht. An seinem Kleiderschrank im Pflegeheim hängt für die Mitarbeiter des Hauses eine Notiz: “Wäsche bitte nicht waschen!” steht darauf. Die schmutzigen Kleidung nimmt schließlich seine Frau mit nach Hause.


Kraftanstrengung

Fast täglich unterzieht sich der 63-Jährige heute einer aufwendigen Physiotherapie. Ärzte und Therapeuten betreuen Schaarschmidt intensiv. “Es geht mir schon viel besser”, sagt er. Das Training hat sich gelohnt, Schaarschmidt kann sich für kurze Zeit schon ohne seinen Rollstuhl bewegen. Die Wege, die er allein zurücklegen kann, werden immer länger. Das Heim hatte seine Frau ausgesucht. Vorrangiger Grund: Die gemeinsame Lichtenrader Wohnung befindet sich in unmittelbarer Nähe. “Ich will wieder nach Hause”, sagt Joachim Schaarschmidt mit tiefer und fester Stimme. Für ein paar Tage im Monat darf er inzwischen wieder zurück in seine Wohnung. In dem AWO-Pflegeheim fühlt er sich dennoch gut aufgehoben. Aber: “In dem Moment, in dem ich wieder laufen kann, will ich für immer nach Hause zu meiner Frau”, sagt Joachim Schaarschmidt entschlossenen.




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