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Heinz Rahn, 90

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Foto: Thilo Rückeis

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Nur aufgrund seiner Liebe überstand Heinz Rahn den Zweiten Weltkrieg. Und die Zehlendorfer blieben bis zum Schluß zusammen. Kurz nach seiner Rente ging gesundheitlich nichts mehr und das Ehepaar Rahn zog in das Evalegine-Booth-Haus – wegen der Obhut.

Heinz Rahn (90 Jahre, Pflegestufe II) spricht über seine Erlebnisse im Evangeline-Booth-Haus, Altenhilfezentrum der Heilsarmee, Zehlendorf.


Harte Jugend

Stolz präsentiert Heinz Rahn das Foto eines alten Motorrads mit kunstvoll geschwungenen Formen – eine Harley, Baujahr 1929. “Das war meine” sagt er strahlend. Doch 1920 geboren, erlebte der gebürtige Berliner auch bittere Zeiten. Straßenkämpfe zwischen Faschisten und Linken, Sorge um Brot und Arbeit prägten seine Jugend. Wieder zeigt Rahn ein verblichenes Foto: Ein hübsches, junges Mädchen sitzt auf einer Parkbank und lächelt in die Kamera. Rahn war gerade 18 Jahre alt als er sie kennen lernte – doch das Glück sollte nicht lange halten, es war der Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Zehn Jahre lang sollte er Berlin und das schöne Mädchen auf der Parkbank nur noch zum Fronturlaub sehen. Wiedergekehrt aus englischer Kriegsgefangenschaft litt er erneut Hunger, wie schon einst in seiner Jugend. Doch vorerst sollte das Leiden ein Ende finden. 1953 fand er eine Anstellung, die er bis zur Rente behalten sollte. 27 Jahre lang lenkte er die Busse der BVG durch Zehlendorf.


Verdienter Ruhestand

Im Krieg erlitt Rahn durch die Druckwelle einer Bombendetonation einen Lungenriss. Geschwächt durch die Nachwirkungen und einen schweren Verkehrsunfall, ging Rahn mit 60 Jahren in Frührente. Jetzt fängt das Leben an, dachte er. Mit seiner Frau verbrachte er viel Zeit in seinem Ferienhaus an der Nordsee, genoss Meer und Strand. Doch im Sommer des Jahres 2001, sollte er Ebbe und Flut zum letzten Mal mit eigenen Augen sehen. Im folgenden Winter stürzte Rahn und verletzte sich das Knie. Eine Entzündung verhinderte, dass ihm ein künstliches Kniegelenk eingesetzt werden konnte. Der Chirurg hatte keine Wahl, er musste Rahns Bein versteifen. Seit dem ist Rahn auf seinen Rollstuhl angewiesen. “Was nützt mir eine zweieinhalb Zimmerwohnung wenn ich nicht allein auf Toilette komme?” Doch es ging beiden nicht gut: Seine Frau litt schon lange an Demenz. Ihr Arzt riet ihnen sich in medizinischen Obhut zu begeben. Sie folgten seinem Rat gaben die Wohnung auf und zogen in das Evangeline-Booth-Haus der Heilsarmee.


In Obhut

Natürlich war das eine große Veränderung – doch zum Guten. Direkt am See gelegen kann Heinz Rahn viel Natur genießen. Er braucht nur die Tür seines Zimmers zur Terrasse zu öffnen. “Hier bin ich in Sicherheit und Obhut”, sagt er erleichtert. Doch in seine Stimme mischt sich auch Trauer. “Gesund wird hier keiner mehr.” Vor zwei Jahren verstarb seine Frau. “Ein jeder stirbt für sich allein”, zitiert er den deutschen Schriftsteller Hans Fallada. Doch für das junge Mädchen auf der Parkbank war Heinz Rahn immer da – bis zum Schluss.


Frieder Piazena

Artikel zuletzt aktualisiert am: 30.09.2014

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