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Eva Wrobel, 86

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Foto: Doris Spiekermann-Klaas

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Die Weltenbummlerin entdeckte ferne Länder mit ihrer Kamera. Doch irgendwann fehlte ihr das Augenlicht dazu. In Steglitz fand sie die Blindenwohnstätte Kniesehaus, in der sie heute lebt. Ausflüge und Kultur kommen aber noch heute bei Eva Wrobel nicht zu kurz.

Eva Wrobel (86 Jahre, Pflegestufe 0) berichtet über ihren Alltag in der Blindenwohnstätte Kniesehaus, Steglitz.


Schwaches Augenlicht

In Kenia und Tansania war Eva Wrobel auf Fotosafari – “natürlich bevor ich blind wurde”, sagt sie schmunzelnd. Seit ihrer Geburt 1923 in Breslau war ihr Augenlicht nicht gut. Doch erst im Alter erkrankte ihr rechtes Auge an einer Makuladegeneration: Die Zellen der Netzhaut sterben ab und können das einfallende Licht nicht mehr wahrnehmen. Blickt sie durch ihr Auge, verschleiert ihr nicht nur ein “grauer Fleck” die Sicht. Sie ist auch sehr kurzsichtig. “Wenn ich ein Blümlein sehen will, muss ich ganz nah ran gehen”, sagt sie. Diesmal mischt sich in ihre Stimme ein wenig Trauer. Nachdem im linken Auge ein Blutgefäß platzte und die Netzhaut beschädigte sieht sie auch auf diesem Auge kaum. Ohne lesen und schreiben zu können wurde ihr Alltag zur Tortur. Sie benötigte Hilfe. Und fand sie bei einem alten Bekannten. Ein vom Sozialamt gestellter Betreuer, den sie schon lange kannte und vertraute, empfahl ihr die Blindenwohnstätte Kniesehaus.


Schön hier

Ihre Möbel verschenkte sie an ihre Verwandten, nur einen kleinen Tisch und ihren liebgewonnenen Sessel nahm sie mit. Auf einem kleinen Schränkchen reihte sie Photos ihrer Lieben auf, Erinnerungen an vergangene Zeiten. Doch Eva Wrobel hadert nicht. “Schön ist es hier.” Alle seien nett zu ihr, sogar einen Kuss auf die Stirn habe sie einmal von einem Pfleger bekommen, sagt sie strahlend. Und im Heim gibt es einiges zu tun: Wenn sie nicht bei der Gymnastik ihre “Arme und Beine von sich schmeißt”, kann sie sich Tageszeitung und Romane vorlesen lassen. Oder sie schweift im Geiste mit ihrer Freundin in die Ferne. Gern unterhält sich Eva Wrobel mit ihrer Freundin über fremde Länder.


Unbändig

Trotz ihres schwachen Augenlichts lässt es sich Eva Wrobel nicht nehmen Berlin und Umgebung zu erkunden. Wann immer das Wetter es zulässt, genießt sie den Rosengarten oder lauscht einem Konzert im Musikpavillon des Steglitzer Stadtparks. Mit einer Freundin entdeckt sie auch entfernt gelegene Orte, wie das Schloss Schönhausen. Natur und Kunst will sie sich entgehen lassen. Dass sie dazu die S-Bahn benutzen muss, stört sie nicht. Auch mit ihren Mitbewohnern geht sie auf Tour. Am Pfingstwochenende kam sie bei einem Ausflug nach Beelitz in den Genuss ihres geliebten Spargels. “Nur ein bischen Butter drüber, sonst nichts”. Manchmal genießt sie aber auch einfach die Ruhe. Neben einer Birke, vor dem Pflegeheim sitzt die Schlankgebliebene gern und genießt die Sonne. “Birke du mädchenhafte Schlanke” zitiert sie Börris von Münchhausen.


Frieder Piazena

Artikel zuletzt aktualisiert am: 30.09.2014

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