Herztransplantation

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Carolin Krehl, 21


Diagnose: Herzmuskelentzündung

Behandlung: Transplantation eines Spenderherzens im Januar 2005

Klinik: Deutsches Herzzentrum Berlin


Die Vorgeschichte:

Plötzlich wurde eine Treppe zum unüberwindbaren Hindernis für Carolin Krehl. Die damals 17-Jährige war mit einem Mal so schwach, dass sie kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Im Krankenhaus stellte man eine akute Herzmuskelentzündung fest. Das Herz war davon schon so geschwächt, dass Carolin Krehl an ein Kunstherzsystem angeschlossen werden musste. Damit sollte ihr Herz die Wartezeit auf ein Spenderherz überbrücken. “Ich war doch bis dahin kerngesund und auf einmal hatte ich vier Schläuche im Herzen.” Von einem Moment auf den anderen war sie kaum noch lebensfähig. “Wahrscheinlich begann alles schon ein paar Monate vorher, als man mir die Weisheitszähne herausoperierte”, sagt Carolin Krehl vier Jahre später. “Vermutlich kamen da Keime in mein Blut. Wenn ich viel Sport getrieben hätte, hätte man es schon vorher bemerkt – durch den Leistungsabfall.” Wie eine Oma mit Handwagen habe sie sich gefühlt, wenn sie mit dem Kunstherzsystem im Park spazieren. Im Trubel des Krankenhausalltags habe sie gar nicht “drüber nachgedacht”, wie nah sie dem Tod war.


Der Eingriff:

Mit 17 galt Carolin Krehl noch als Kind, deshalb hatte ihre Transplantation höchste Dringlichkeit. Fünf Monate wartete sie in der Klinik auf das Herz. “Es konnte jederzeit losgehen.” Insgesamt drei Mal standen Ärzte an ihrem Bett und sagten, man habe ein Herz gefunden. Die ersten beiden Male wurde daraus dann aber doch nichts – die Spenderorgane stellten sich bei Tests im letzten Moment als nicht kompatibel heraus. “Als es beim dritten Mal dann passte, war ich war nicht mehr aufgeregt“”


Das Leben danach:

“Beim Aufwachen fiel mir nur auf, dass das monotone Klappern der Pumpe nicht mehr zu hören war”, sagt Carolin Krehl. Nur zwei Tage blieb sie noch im Herzzentrum, dann ging es zur Reha nach Teltow. Jeden Abend misst sie seitdem selbstständig Herzströme und Puls. Die Daten gehen per Modem direkt ans Herzzentrum. Mehrmals kam danach das vor, was sie trocken “Abstoßung” nennt. “Dabei greift das Immunsystem das Transplantat an”, sagt sie. “Das kann immer wieder passieren, damit muss man leben.” Eine Kortisonbehandlung helfe. Sie kennt sich bestens aus: Sie studiert inzwischen in Potsdam Biowissenschaften im dritten Semester.

dma/ Foto: Mike Wolff

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