Parkinson

Parkinson (eigentlich Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Dabei fallen infolge von Signalstörungen im Gehirn bestimmte Körperfunktionen aus. Da Parkinson meist mit einer Verlangsamung der Bewegungen und Zittern einhergeht, wurde die Krankheit früher auch Schüttellähmung genannt.

Krankheitsbild

Erklärung

Parkinson (eigentlich Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Dabei fallen infolge von Signalstörungen im Gehirn bestimmte Körperfunktionen unwiderbringlich aus – unter anderen die spontanen oder geplanten Bewegungen. Da Parkinson meist mit einer Verlangsamung der Bewegungen und Zittern einhergeht, wurde die Krankheit früher auch Schüttellähmung genannt.

Symptome

Die anfänglichen Symptome der Parkinson-Krankheit sind oft nur schwer als solche erkennbar. Dazu gehören abnorme Müdigkeit, Muskelverspannungen, verstärktes Schwitzen oder Verstopfung. Eindeutigere Anzeichen sind feinmotorische Störungen der Hände, die sich zum Beispiel bei Handarbeiten oder in einem veränderten Schriftbild zeigen. Sehr charakteristisch ist eine Verlangsamung der Bewegungsabläufe. Auch fällt es den Erkrankten zunehmend schwer, mehrere Bewegungen zu koordinieren. Kleiner, langsamer und vorsichtiger werdende Schritte sind deshalb eine typische Anfangs-Erscheinung.

Das Zittern (medizinisch Tremor genannt) fängt oft nur auf einer Körperhälfte an. Im fortgeschrittenen Stadium äußert sich Parkinson außerdem in auffälligen Haltungsstörungen und einer Verarmung der Mimik. Viele Patienten leiden überdies unter verstärktem Speichelfluss. Deshalb und aufgrund von Artikulationsblockaden ist ihr Sprechen häufig schwer verständlich.

Ursachen

Innerhalb eines gesunden Gehirns werden Informationen mithilfe so genannter Botenstoffe von einer Nervenzelle zur anderen weitergegeben. Bei Parkinson liegt ein Mangel des Botenstoffes Dopamin vor. Die Signalübertragung ist deshalb gestört, bestimmte Körperfunktionen fallen aus.

Dopamin wird von einem speziellen Teil des Mittelhirns gebildet, der im Fall einer Parkinson-Erkrankung langsam zerstört wird. “Erst, wenn bereits 70 Prozent der Dopamin bildenden Zellen zerfallen sind, werden die Folgen wahrnehmbar”, sagt Thomas Müller, Leiter der Klinik für Neurologie im St. Joseph-Krankenhaus Weißensee. Deshalb werde Parkinson meist recht spät erkannt.

In vielen Fällen ist keine Ursache für die Erkrankung erkennbar. Parkinson kann aber erblich bedingt sein. 

Zahlen

In Deutschland leiden mehr als 250 000 Menschen an Morbus Parkinson. Jährlich erkranken etwa 20 000 neu. Die Krankheit tritt überwiegend zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Männer und Frauen sind in gleichem Maß betroffen.

Behandlung

Diagnostik

“Parkinson ist eine Blick-Diagnose”, sagt Thomas Müller. In der Regel reiche es schon, den Patienten körperlich zu untersuchen und mit ihm über den Krankheitsverlauf zu sprechen. Erhärtet sich der Verdacht auf Parkinson, wird eine Untersuchung des Gehirns vorgenommen, die in erster Linie ausschließen soll, dass den Parkinson-Symptomen andere Krankheiten zugrunde liegen. “Ebenso muss in Erfahrung gebracht werden, ob die Erscheinungen Nebenwirkung von Medikamenten oder Drogen sind”. Dann nennen Mediziner das “sekundäres Parkinson-Syndrom” – mit Morbus Parkinson im eigentlichen Sinn hat das nichts zu tun.

Ferner kann die Einmalgabe von bei Parkinson wirksamen Medikamenten Aufschluss geben. Schlägt die Behandlung an, ist dies ein Anzeichen für die Krankheit. Ein solcher Versuch sollte immer in Anwesenheit eines Arztes durchgeführt werden.

Therapie

Parkinson lässt sich nicht heilen. Aber die Symptome können erheblich gelindert werden. Die Behandlung von Parkinson-Kranken muss sehr individuell gestaltet werden. Arzt und Patient entscheiden gemeinsam, welche Medikamentenkombination am besten verträglich ist und dabei die größten Erfolge verspricht.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt für den Therapiebeginn in den meisten Fällen eine L-Dopa-Einzeltherapie. L-Dopa ist eine Art Vorstufe des im Gehirn fehlenden Botenstoffs Dopamin, die anders als der Stoff selbst die Blut-Hirn-Schranke, einen körpereigenen Schutzmechanismus, überwinden kann. “Leider wird L-Dopa im Körper sehr schnell abgebaut”, sagt Thomas Müller. Um dem vorzubeugen, ist in der Regel die Einnahme weiterer Medikamente erforderlich. “Dennoch kann es zu starken Schwankungen im Medikamentenspiegel kommen – und damit zu sehr wechselhafter Leistungsfähigkeit”.

Auch ein operativer Eingriff ist möglich, zum Beispiel der Einsatz eines elektrischen Impulsgebers, der – ähnlich einem Herzschrittmacher – stimulierend auf die umliegenden Nerven wirkt und so die Reizübertragung fördert.

Zusätzlich empfiehlt sich in vielen Fällen eine Krankengymnastik, Sprach- und Schlucktherapie. Aus Scham über ihr Ungeschick oder Angst vor mühsamem Wasserlassen und Verdauen vernachlässigen viele Patienten das Essen und Trinken. Deshalb ist auch Ernährungsberatung Teil der Parkinson-Therapie.



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