Nierenkrebs

Nierenkrebs kann sich bereits im frühen Stadium über das Blut und Lymphsystem im Körper ausbreiten. Vor allem werden Gehirn, Knochen, Leber und Lunge befallen

Krankheitsbild

Erklärung:

Jeder Mensch besitzt zwei Nieren. Das Zwillingsorgan ist dafür zuständig, Gifte aus dem Körper zu filtern und den Urin zu produzieren, mit dem sie aus dem Körper ausgeschieden werden. Außerdem regeln die Nieren den Flüssigkeitshaushalt, beeinflussen den Blutdruck und ermöglichen die Kalziumablagerung in den Knochen. Ein Nierenkrebs kann im fortgeschrittenen Stadium die Nierenfunktion erheblich beeinträchtigen.

Es gibt zwei Tumorarten, die im Gewebe der Niere wuchern können. Zum einen entstehen Krebsgeschwüre primär in der Niere und im Harnleiter. Zum anderen können sich Metastasen anderer Tumore in der Niere festsetzen. Selten werden beide Nieren von Tumoren befallen. Bereits im frühen Stadium kann sich der Krebs über das Blut und Lymphsystem im Körper ausbreiten. Vor allem befallen diese Karzinome – wie Krebs im Fachjargon genannt wird – Gehirn, Knochen, Leber und Lunge.

Symptome:

Eine Erkrankung entdecken die Betroffenen oftmals im fortgeschrittenen Stadium. Ein Anfangsverdacht sollte überprüft werden, wenn folgende Beschwerden auftreten: Blut im Harn, Schmerzen im Rückenbereich, Gewichtsverlust und plötzlicher Bluthochdruck.

Ursachen:

Die konkreten Ursachen für die Entstehung von Nierenkrebs sind unbekannt. Alkoholmissbrauch, RauchenÜbergewicht, Nierenzysten und Niereninsuffizienz begünstigen ein Krebsgeschwür. Auch eine genetische Veranlagung erhöht das Risiko für Nierenkrebs.

Zahlen:

In Deutschland erkranken jährlich rund 15.100 Menschen an Nierenkrebs. Im Durchschnitt erkranken Männer mit 63 Jahren und Frauen mit 67 Jahren an Nierenkrebs.

Behandlung

Diagnostik:

Die Ärzte diagnostizieren einen Nierentumor über eine körperliche Untersuchung, eine Analyse der Blutwerte, einer Sonografie, einer Computertomografie und einer operativen Entnahme einer Gewebsprobe.

Therapie:

“Bei bis zu zwei Zentimeter großen Krebsgeschwüren sind die Heilungschancen sehr hoch”, sagt Andreas Pascher, Oberarzt am Zentrum für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Charite. Solange der Tumor keine Metastasen gebildet hat, kann eine Operation die vollständige Genesung bedeuten. Dabei wird die kranke Niere chirurgisch entfernt. Die zweite Niere kann die fehlende Körperfunktion vollständig übernehmen.

Hat der Betroffene nur eine Niere, versuchen die Ärzte bei einem lokal begrenzten Krebsgeschwür nur einen Teil der Niere zu entfernen. Lässt sich der Tumor nicht operieren, versuchen die Ärzte, die Blutzufuhr zum Krebsgeschwür mithilfe eines chirurgischen Eingriffs an den Blutgefäßen und mithilfe von Medikamenten zu unterbinden. Im fortgeschrittenen Stadium können zusätzlich die Tochtergeschwülste operativ entfernt oder mithilfe einer Immuntherapie, Hitze- und Strahlentherapie bekämpft werden.

Eine Transplantation aufgrund von Nierenkrebs ist relativ selten. Die Ärzte warten etwa zwei Jahre, um auszuschließen, dass sich noch Krebszellen im Körper befinden. Damit wird für die Betroffenen eine regelmäßige Dialyse – mindestens drei Mal pro Woche – notwendig. Wenn der Krebs erfolgreich entfernt wurde und nicht zurückkommt, können die Chirurgen – sofern ein passendes Organ vorhanden – transplantieren. Der Grund ist lebenswichtig: Denn bei Transplantationen werden Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem dauerhaft schwächen und so das Wachstum der verliebenden Krebszellen “explosionsartig” beschleunigen könnten.

Wie alle Organe sind Nieren Mangelware. Derzeit stehen in Deutschland rund 8000 Menschen auf der Warteliste. Das sind etwa zweieinhalb Mal so viele Patienten, wie Transplantate vermittelt werden können. Die Organe stammen entweder von Toten oder von Lebenden. Als Lebendspender kommen, um Organhandel zu verhindern, nur Ehepartner oder Familienangehörige infrage, und das auch nur, nachdem sichergestellt wurde, dass die Spende aus freien Stücken erfolgt. 2007 wurden in Deutschland knapp 3000 Nieren verpflanzt, rund 20 Prozent davon stammten von lebenden Spendern.



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