Nasennebenhöhlen-Operation

Umweltverschmutzung und Anatomie machen Nasennebenhöhlen für schmerzhafte Entzündungen anfällig. Bei chronischer Erkrankung kann der Chirurg Erleichterung schaffen

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Grafik: Fabian Bartel

Krankheitsbild

Erklärung:

Das Innere der Nase besteht aus der Trennwand und den Nasenmuscheln. Letztere sind mit Schwellkörpern versehen, die den Atemluftstrom regulieren. Die dazugehörigen Nasennebenhöhlen sind mit Luft gefüllte Hohlräume und mit Schleimhäuten ausgekleidet. Diese sind stark durchblutet und produzieren ein Sekret, das durch feine Flimmerhärchen ständig aus den Nebenhöhlen durch das Siebbein in die Nase und dann in den Rachen transportiert wird. Die Schleimhäute dienen der Befeuchtung, dem Reinigen und dem Erwärmen der vorbeiströmenden Atemluft. Außerdem befindet sich hier ein dichtes Netz verschiedener Mechanismen zur Abwehr von Krankheitserregern. Entzündete Schleimhaut, die anschwillt, kann die Nasennebenhöhlen verstopfen.

Symptome:

Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung – Ärzte nennen sie Sinusitis – sind für die Betroffenen schnell deutlich spürbar: Druckgefühl im Kopf bis hin zu pochendem Schmerz in Stirn und Gesicht sowie eitriger Schnupfen. Bei fortgeschrittenen Entzündungen können Fieber und Sehstörungen auftreten.

Ursachen:

Die Gründe einer immer wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündung sind häufig Polypen (Schleimhautaussackungen), anatomische Engstellen der Belüftungskanäle, verwachsene Nasenscheidewände oder vergrößerte Nasenmuscheln. Diese Faktoren beeinträchtigen die Belüftung der Nase und den Abtransport von Schleim und begünstigen Entzündungen.

Zahlen:

In Berlin werden jährlich rund 5600 Operationen an Nasennebenhöhlen durchgeführt.

Behandlung

Diagnostik:

Ärzte diagnostizieren die Erkrankung mithilfe einer Nasenspiegelung, eines Bakterien-Abstriches der Nasenschleimhaut und einer Computertomografie .

Therapie:

Akute Erkrankungen lassen sich medikamentös – zum Beispiel mit Nasensprays und Antibiotika – therapieren. Chronische Entzündungen hingegen müssen oft operativ behandelt werden. Dies geschieht unter anderem durch eine Erweiterung der Zugänge zu den Nebenhöhlen. Chirurgen nennen den Eingriff eine “Fensterung”. Außerdem werden Polypen entfernt, gestaute Sekrete abgesaugt und schiefe Nasenscheidewände operativ begradigt.

“Das wichtigste, was der Operateur beachten muss, ist die stützende, natürliche Struktur der inneren Nase zu erhalten, damit die Biomechanik und somit die Belüftungswege erhalten bleiben”, sagt Oliver Kaschke, Chefarzt der HNO-Abteilung des Sankt Gertrauden-Krankenhauses in Wilmersdorf. Neuere Operationstechniken versuchen, an den Schleimhäuten möglichst geringe Verletzungen zu verursachen – etwa die biostatische Siebbeinchirurgie.

 


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