Myome (Gutartige Gebärmuttertumore)

Myome sind gutartige Geschwülste im Muskelkörper der Gebärmutter. Alternativ zu einem chirurgischen Eingriff kann ein künstlicher Infarkt erzeugt werden, in dem die Blutgefäße des Tumors verödet werden

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Krankheitsbilder

Erklärung:

Die Gebärmutter ist das zentrale weibliche Geschlechtsorgan. In ihr reift eine befruchtete Eizelle zu einem kompletten Menschen heran. Myome sind gutartige und zumeist rundliche Geschwülste im Muskelkörper der Gebärmutter. Sie können unter Umständen am Ende der Schwangerschaft eine normale Geburt verhindern. Im schlimmsten Fall führen Myome zu Sterilität.

Symptome:

Myome können allgemeine Unterleibsschmerzen verursachen. Es können Regelzyklusstörungen, schmerzhafte Regelblutungen und irreguläre Blutungen auftreten.

Ursachen:

Wie Myome entstehen, ist noch weitgehend ungeklärt. Weil sie unter dem Einfluss von Östrogenen wachsen, entstehen sie meist bei Frauen im gebärfähigen Alter. Das heißt, dass bei jungen Mädchen, die noch keine Regelblutung hatten, eher keine Myome entstehen. Nach der Menopause verkümmern Myome meistens.

Zahlen:

Rund ein Drittel aller Frauen über 30 Jahre haben Myome in Deutschland.

Behandlung

Diagnostik:

Gynäkologen diagnostizieren Myome mithilfe von UltraschallBauchspiegelung, Kernspinn-und Computertomografien.

Therapie:

Myome werden operativ entfernt. Alternativ zu einem chirurgischen Eingriff können die Blutgefäße des gutartigen Tumors verödet werden. Dieses Verfahren – der Fachbegriff Myomembolisation genannt – erzeugt einen künstlichen Infarkt, also einen Gefäßverschluss. Dadurch wird die Nährstoffversorgung unterbunden. Dazu wird ein nur ein Millimeter dünner Kunststoffschlauch, ein Katheter, in die Arterie der rechten Leiste eingeführt und über die Blutbahnen bis zu den Gefäßen der Gebärmutter voran geschoben, die mit dem Myom verbunden sind. Durch diesen Schlauch werden kleine Plastikkügelchen eingespritzt, die in den Adern hängen bleiben und sie verstopfen. Im besten Fall stirbt das Gewebe des Myoms danach ab, es schrumpft, was bis zu einem halben Jahr dauern kann. Die eingespritzten Kügelchen verbleiben dabei im Myom.

Ärzte fordern, dass die Entscheidung für oder gegen eine Embolisation in einer interdisziplinären Sprechstunde von Radiologen und Chirurgen gemeinsam mit der Patientin getroffen werden sollte. Denn auch die Embolisation hat Nachteile: Es drohten etwa Schäden an den Eierstöcken, wenn die Kügelchen auch in anderen, gesunden Gefäßen hängen bleiben. Doch könne man nach Meinung von Joachim Wagner, Radiologie-Chefarzt am Vivantes-Klinikum im Friedrichshain diese Komplikation durch die permanente Überwachung des Katheters am Röntgenmonitor und die richtige Technik weitestgehend vermeiden.

“Die operative Entfernung der Gebärmutter muss an letzter Stelle stehen – wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind”, sagt Dieter Johannsmeyer, ehemaliger Gynäkologie-Chefarzt der Park-Klinik in Weißensee. Allerdings kann sie trotz des gutartigen Tumors nicht immer gerettet werden. Derzeit gibt es drei Verfahren, wie die Gebärmutter entfernt werden kann. Ein so genannter minimalinvasiver Eingriff – also eine Operation mit nur millimetergroßen Instrumenten – erfolgt über kleine Schnitte am Bauch. Die Gebärmutter kann aber auch über die Vagina entfernt werden. Ist das Myom zu groß, muss die Gebärmutter über einen mehrere zentimetergroßen Bauchschnitt herausgenommen werden.

Weitere Texte zu gynäkologischen Behandlungen:

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