Leistenbruch

Ein Leistenbruch ist eine häufige Erkrankung – und sie muss immer chirurgisch repariert werden. 85 Prozent der Betroffenen sind Männer, wegen der Anatomie.

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Grafik: Fabian Bartel

Krankheitsbild

 

Erklärung:

Die menschliche Bauchdecke ist nicht überall gleichmäßig stark ausgebildet. In der Leistengegend führen beim Mann Blutgefäße und Samenstrang zu den Hoden, bei der Frau das Mutterband zur Gebärmutter. Öffnet sich hier das stützende Bauchfell im Inneren des Körpers, können die Organe heraustreten – man spricht dann von einem Leistenbruch. Er gilt in der Medizin als eine häufige Erkrankung.

Bei einem fortgeschrittenen Leistenbruch hat sich eine Schlinge des Dünndarms durch die geschwächte Bauchdecke nach unten gedrückt. Lebensbedrohliche Komplikationen wie Darmdurchbrüche oder Bauchfellentzündungen können eintreten, wenn Darmteile abgeklemmt werden und wegen mangelnder Durchblutung absterben.

 

Symptome:

Meist spürt der Betroffene nur ein leichtes Druckgefühl und einen ziehenden Schmerz im Bauch. Ein deutlicheres Symptom ist die Entstehung einer Beule im Leistenbereich. Sind Eingeweide eingeklemmt, kann es zum Erbrechen kommen.

 

Ursachen:

Der Hang zu Leistenbrüchen ist oft angeboren. Körperliche Belastung wie schweres Heben, aber auch eine Druckerhöhung im Bauchraum aufgrund von Verstopfungen, Schwangerschaft und Übergewicht kann Leistenbrüche hervorrufen.

 

Zahlen:

Leistenbrüche treten oft auch bei Kindern auf. Jungen und Männer sind vier Mal häufiger betroffen als Mädchen und Frauen. In Deutschland werden jährlich 230.000 Leistenbrüche operiert, davon jede fünfte ambulant.

 

Behandlung

Diagnostik:

Ärzte diagnostizieren Leistenbrüche durch das Abtasten des Bauchraumes. Ein Ultraschallbild hilft, den Leistenbruch zu lokalisieren und die Diagnose abzusichern.

 

Therapie:

Ein Leistenbruch muss operiert werden. Der Eingriff gilt in der Chirurgie als ein Standardeingriff. Der Arzt geht dabei mit einem herkömmlichen Schnitt vor oder nutzt eine minimalinvasive Technik – über drei millimetergroße Schnitte führen die Chirurgen eine Minikamera ein und operieren mithilfe von so genannten Endoskopen. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Bei einem minimalinvasiven Eingriff kann Körpergewebe verletzt werden. Ein traditioneller Schnitt im Leistenbereich hinterlässt eine sichtbarere Narbe als die drei millimetergroßen Zugänge. Erwachsenen wird ein Kunststoffnetz implantiert, das die Bauchdecke stabilisieren soll. Das Netz bleibt im Körper. Bei Kindern wird die geöffnete Bauchdecke vernäht, denn gerade bei ihnen besteht die Gefahr, dass die Bauchdecke erneut aufbricht. Bei Erwachsenen besteht in seltenen Fällen die Gefahr, dass das implantierte Netz unverträglich ist. “Nach zwei Wochen sind die meisten Patienten wieder voll belastbar”, sagt Martin Susewind von der Berliner Klinik für Minimalinvasive Chirurgie.



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