Kaiserschnitt (Geburtshilfe)

Galt der Kaiserschnitt früher als Notoperation wird er inzwischen oft auch auf Wunsch der Mutter durchgeführt. Nicht selten aus Furcht vor den Geburtsschmerzen. Doch birgt der Eingriff auch Risiken

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Grafik: SPL, Fabian Bartel

Erklärung:

Eine menschliche Schwangerschaft dauert neun Monate. Innerhalb von 280 Tagen entwickelt sich aus einer befruchteten Eizelle im Bauch der Mutter ein kompletter Mensch. Bei der Geburt misst ein Kind hierzulande im Schnitt zwischen 48 bis 54 Zentimeter und wiegt 2800 bis 4000 Gramm. Ein Kaiserschnitt ist notwendig, wenn das Kind zu groß und das Becken der Mutter zu schmal ist, das Kind falsch liegt und sich bei der Geburt die Herztöne des Kindes verschlechtern. Dies geschieht etwa wenn sich die Nabelschnur um den Hals des Kindes legt. Im schlimmsten Fall stirbt das Neugeborene.

Galt der Kaiserschnitt früher als Notoperation wird er inzwischen oft auch auf Wunsch der Mutter durchgeführt. Da sich viele Mütter außerdem vor den natürlichen Geburtsschmerzen fürchten, werden die unter Narkose durchgeführten Kaiserschnitte immer beliebter. Allerdings ist ein Kaiserschnitt kein Garant einer völlig problemlosen Geburt. So können die entstandenen Narben reißen, schon während dem Eingriff können umliegende Organe geschädigt werden, auch wenn dies selten passiert. Verletzungen des Kindes durch die eingesetzte Saugglocke sind zwar ebenfalls selten, aber möglich.

 

Ursachen und Zahlen:

Jährlich kommen in Berlin rund 30.000 Kinder zur Welt. Jedes achte Neugeborene wird einer Senatsstatistik zufolge krank geboren, oft mit lebensbedrohlichen Atem- oder Herz-Kreislauf-Problemen. Mediziner sehen darin einen Grund dafür, dass sich trotz Geburtshäusern, Hebammenpraxen und möglichen Hausgeburten rund 96 Prozent der Schwangeren für eine Entbindung in einer Klinik entscheiden: Dort gibt es professionelle medizinische Versorgung im selben Haus. Außerdem werden die Neugeborenen hierzulande im Schnitt immer schwerer, da sich durch das steigende Alter der Mütter auch deren Stoffwechsel verändert.

In Berlin ist jede vierte Mutter älter als 35 Jahre. Jährlich bringt jedes achte Neugeborene ein Anfangsgewicht von mehr als 4000 Gramm auf die Waage – unter Umständen ebenfalls ein Grund für ein Geburtsrisiko. Außerdem wächst der Anteil der Zwillingsgeburten. Aber nicht nur aus medizinischen Gründen wird ein Kaiserschnitt durchgeführt. Immer häufiger ziehen Schwangere einen Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vor. Deshalb, so glauben die Ärzte, hat sich die Zahl der Kaiserschnitte seit 1990 verdoppelt – fast jedes dritte Neugeborene kommt in Deutschland auf diese Weise zur Welt.

 

Geburtshilfe

 

Diagnostik:

Schwangerschaften werden vor allem durch Fruchtwasseruntersuchungen, Abtasten und Ultraschall überwacht.

 

Therapie:

Ein Kaiserschnitt kann lange vor der Geburt geplant oder als Not-OP plötzlich notwendig werden. Die meisten Kaiserschnitte werden auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren durchgeführt. “Viele Frauen wollen Verantwortung abgeben und die Entbindung in die Hände erfahrener Ärzte legen”, sagt Barbette Ramsauer, Geburtsspezialistin am Vivantes-Klinikum Neukölln.

Bei Noteingriffen – etwa wenn das Ungeborene quer liegt oder das Leben der Mutter durch einen Gebärmutterriss bedroht ist – wird wie bei Wunschkaiserschnitten vorgegangen: Der Unterbauch wird kurz über der Scharmhaargrenze aufgeschnitten. Dabei werden Bauchdecke und Gebärmutterwand geöffnet. Anschließend wird das Kind aus dem Unterleib seiner Mutter gehoben. Dazu benutzen Ärzte gegebenenfalls eine Saugglocke. Um Schmerzen zu lindern, setzen Anästhesisten vor dem Schnitt auf eine so genannte Periduralanästhesie – von den Ärzten kurz PDA genannt. Dabei wird an der Wirbelsäule ein Narkosemittel gespritzt, das die untere Körperhälfte vollständig betäubt. Die Mutter ist während der Geburt so aber bei Bewusstsein, sie hört die ersten Schreie ihres Neugeborenen und kann das Kind wenig später im Arm halten.

 

Weitere Texte zur Geburtshilfe: Risikoschwangerschaft Normalgeburt Frühgeburt Dammriss

Zur Information finden Sie hier eine Liste der Anzahl aller lebend neugeborenen Kinder pro Krankenhaus, unabhängig von den Umständen der Geburt. Diese Zahl wird in der jeweiligen Treffertabelle für die “Diagnose und Therapie” zur Geburtshilfe NICHT jedoch eingerechnet, da diese Zahl auch die per Kaiserschnitt geborenen Kinder, ebenso wie die Risiko-, Frühgeburten usw. enthält: Alle Neugeborenen



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