Hüftprothese, Künstliches Hüftgelenk (Arthrose)

Zunächst wird bei verschlissenen Hüftgelenken versucht, die Abnutzung zu verlangsamen und die Schmerzen zu lindern. In schweren Fällen wird eine Prothese eingesetzt

Grafik_Kunsthuefte_TSP.jpg
Grafik: Fabian Bartel

Krankheitsbild

 

Erklärung:

Das Hüftgelenk verbindet Becken und Oberschenkel miteinander. Zwischen Oberschenkelkopf und Beckenpfanne befindet sich eine Knorpelschicht – hier reiben sich durch die Bewegung der Beine täglich immense Kräfte. Die Hüftgelenke gehören zu den am stärksten beanspruchten Gelenken im menschlichen Körper.

 

Symptome:

Eine Abnutzung des Hüftgelenks macht sich deutlich bemerkbar: Schmerzen bei jeder Bewegung, Wetterfühligkeit, steife Gelenke und ein unsicherer Gang. Mit zunehmender Erkrankung schränkt sich die Beweglichkeit immer mehr ein und die Hüftgelenke schmerzen selbst bei völlig ruhigem Sitzen.

 

Ursachen:

Mit zunehmendem Alter wird der Knorpel brüchig, schließlich abgerieben. Die wesentliche Ursache für den Verschleiß der Hüftgelenke, Arthrose genannt, sind Überbelastungen durch harte körperliche Arbeit, zu viel Sport und Übergewicht. Aber auch mangelnde Bewegung und angeborene Fehlstellungen wie ein Hüftschiefstand können zu einem vorzeitigen Verschleiß führen. Erbliche Veranlagung und Stoffwechselerkrankungen begünstigen Arthrose.

 

Zahlen:

Jedes Jahr werden in Berliner Kliniken mehr als 4600 künstliche Hüftgelenke implantiert.

 

Behandlung

 

Diagnostik:

Der Arzt stellt den Grad der Abnutzung mithilfe eines Röntgenbildes und durch die Patientenberichte über die Art der Beschwerden fest.

 

Therapie:

Die Erkrankung an sich ist nicht heilbar. Die Therapie zielt deshalb auf die Verlangsamung des Verlaufes und eine Linderung der Beschwerden ab. Im frühen Stadium helfen Diäten, orthopädisches Schuhwerk, Physiotherapie und Medikamente. In schweren Fällen ist ein künstliches Gelenk der letzte Ausweg. Eine Möglichkeit der Operation ist die Totalendoprothese – also das Einsetzen eines Kunstgelenkes. Um an das Gelenk heranzukommen und es austauschen zu können, müssen die Knochen chirurgisch offen gelegt werden. “Dabei schneiden wir genau in den Muskellücken entlang, um möglichst wenig zu verletzen”, sagt Wolfgang Noack, ehemaliger Chefarzt der Orthopädie im Waldkrankenhaus Spandau.

Drei Komponenten bilden das künstliche Hüftgelenk. Eine Gelenkkugel aus Keramik ersetzt den Kopf des Oberschenkels in der Hüfte. Der Schaft wiederum ist je nach Länge der Beine zwölf bis 18 Zentimeter lang, und besteht aus Stahl oder aus Titan. Er wird entweder in den Oberschenkelknochen einzementiert oder verspannt. Die Gelenkpfanne wird durch eine hohle Halbkugel aus Metall ersetzt. Bei stabilen, wenig porösen Knochen kann auf das Absägen des Oberschenkelkopfes verzichtet werden. Auf den Knochen wird dann, ähnlich wie bei einer Zahnkrone, ein Aufsatz aus Stahl gesetzt, zusätzlich wird eine Pfanne aus Stahl implantiert. In einigen Fällen wird der Aufsatz mit einem Anker im Knochengewebe befestigt.



Artikelsuche ?

Routenplaner

Planen Sie Schritt für Schritt, wer Sie medizinisch auf Ihrem Behandlungspfad versorgen soll - von der Vorsorge über die ambulante Behandlung bis hin zur stationären Versorgung und anschließender Rehabilitation. Lassen Sie sich dafür die in der Datenbank enthaltenen Einrichtungen in der Region Berlin-Brandenburg anzeigen, die diese Erkrankung behandeln.

Tagesspiegel GESUND

Tagesspiegel Gesund 07 Tagesspiegel Gesund 06 Tagesspiegel Gesund 05

Fachkompetentes Praxiswissen informativ aufbereitet
Informationen zu Behandlungsmethoden und Gesundheitstrends aus Berlin und Umgebung
Von der Gesundheitsberater-Berlin-Redaktion

Aktuell am Kiosk oder direkt im
Tagesspiegel-Shop

Wir liefern Qualität

Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Texte entstehen, wie die Daten geprüft werden und wie sich das Portal finanziert.
Jetzt informieren.

Sie sind uns wichtig und wir freuen uns über Ihre Meinung zu unserem Portal. Welche Themen andere Leser interessierten lesen sie unter Leser fragen - die Redaktion antwortet

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Überprüfen Sie dies hier.