Handchirurgie bei einer Dupuytren-Kontraktur

Bei der Dupuytren-Kontraktur verhärtet sich das die Muskeln und Sehnen schützende Bindegewebe, bis sich die Finger krümmen

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Krankheitsbild

 

Erklärung

Bei der Dupuytren-Kontraktur verhärtet sich das die Muskeln und Sehnen umgebende und schützende Bindegewebe der Handinnenfläche. Dadurch zieht sich das Bindegewebe zusammen und krümmt die Finger in Richtung des Daumenballens. Erstmals beschrieben hat die Erkrankung der französische Baron Guillaume Dupuytren im Jahre 1832. Deshalb trägt die Erkrankung seinen Namen.

 

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung wuchern häufig Knoten am Ansatz zum Ring- und kleinen Finger. In späteren Stadien verhärten und schrumpfen die Wucherungen und beugen so einzelne oder mehrere Finger. Oft dauert es Jahre, bis sich die Finger dauerhaft krümmen. Eine Dupuytren-Kontraktur verläuft in schwer vorhersagbaren Schüben. Auch ein Stillstand der Erkrankung ist möglich.

 

Ursachen

Trotz der lange zurückliegenden Entdeckung liegen die Ursachen der Kontraktur noch immer im Dunklen. Vier von fünf Erkrankten sind Männer, meist zwischen fünfzig und siebzig Jahren. “Betroffen sind oft Nord- und Mitteleuropäer, Afrikaner und Asiaten kaum” sagt Jürgen Willebrand, ehemaliger Chefarzt der Handchirurgie im Krankenhaus Waldfriede. Forscher vermuten daher genetische Ursachen.

 

Behandlung

 

Diagnose

Um eine Diagnose zu stellen, tastet der Arzt Hand und Knoten ab und prüft die Fingerbeweglichkeit. Die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie rät zu einer Operation, wenn sich die Finger um mindestens dreißig Grad – auf dem Uhrziffernblatt entspricht das dem Winkel von fünf Minuten – krümmen.

 

Therapie

Der Eingriff erfolgt sowohl in Voll- als auch in Teilnarkose. Nachdem der Anästhesist den Patienten ganz oder nur seinen Arm betäubt hat, pressen die Chirurgen mit einer um den Arm gewickelten Gummibinde das Blut aus dem Körperteil. Eine Druckmanschette am Oberarm verhindert, dass das Blut wieder zurückfließt. Wenn der Operateur die Handinnenfläche aufgeschnitten hat, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Mit filigranen Schnitten trennt er zwischen den nah bei einander liegenden Sehnen, Nerven, Blutgefäßen und Muskeln der Hand gesundes von krankem Gewebe.

Besonders, wenn die Wucherungen Blutgefäße oder Nerven umgeben, sind Verletzungen nicht immer zu vermeiden. Die möglicherweise durch den Eingriff geschädigten Nerven können das Tastempfinden der Hand vorübergehend oder dauerhaft stören. Es kann auch passieren, dass sich Finger oder die ganze Hand wie betäubt anfühlen. Selten treten Lähmungen des Daumenballens auf. Der Heilungsprozess hängt auch vom Patienten ab. Schon ab dem vierten Tag wird mit der Krankengymnastik begonnen, um erschlaffte Sehnen und Muskeln wieder in Schwung zu bringen. Waren die Gelenke vor der Operation nicht zu stark beschädigt, ist die Fingerkrümmung danach deutlich geringer. Im Idealfall kann der Patient nach der Operation seine Finger wieder ganz strecken. Jedoch wuchern bei einem Drittel der Operierten an der behandelten Stelle irgendwann erneut Knoten.



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