Gastritis (akute und chronische Gastritis)

Eine Entzündung der Magenschleimhäute kann sehr schmerzhaft sein. Nicht immer heilt die Krankheit von selbst, in seltenen Fällen sind sogar operative Eingriffe notwendig.


Krankheitsbild

 

Erklärung:

Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhäute. Diese kann durch eine augenblickliche, vorübergehende Schädigung der Schleimhäute bedingt (akute Gastritis) oder von dauerhafter Natur sein (chronische Gastritis).

 

Symptome:

Typische Erscheinungen einer akuten Gastritis sind Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, ein unangenehmer Geschmack im Mund und Übelkeit. Auch häufiges Aufstoßen, Blähungen und Erbrechen gehören zu den Krankheitszeichen. Die Beschwerden einer akuten Gastritis treten in der Regel plötzlich auf und verstärkt nach dem Essen. Patienten mit chronischer Gastritis merken oftmals lange Zeit nichts von ihrer Erkrankung. Etwaige Blähungen werden nur selten als Zeichen einer chronischen Gastritis erkannt. Die Entzündung wird daher meist nur zufällig, zum Beispiel im Krankenhaus entdeckt. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Gastritis zur Bildung von Magengeschwüren oder zu einem sehr schmerzhaften Magendurchbruch führen.

 

Ursachen:

"Eine Gastritis kann unterschiedlichste Ursachen haben", sagt Fritz Stöckmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie am Vivantes Klinikum im Friedrichshain. In vielen Fällen entstehe sie aufgrund einer Infektion, durch erhöhten Alkoholkonsum oder eine Lebensmittelvergiftung. Auch Rauchen oder die Einnahme bestimmter Medikamente können zu einer Reizung der Magenschleimhäute führen, infolge derer es zur Entzündung kommt. Körperlicher und physischer Stress begünstigen eine Gastritis.
Man unterscheidet drei Formen der Gastritis, die in eine chronische Form übergehen können. Bei der Typ-A Gastritis handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der sich der Körper selbst angreift (etwa 3-6 Prozent).Eine B-Gastritis ist meist auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen, in der Regel auf Helicobacter pylori (etwa 40 – 60 Prozent). Sie entwickelt sich insbesondere, wenn die Schleimhäute so stark angegriffen sind, dass sie stellenweise aufreißen und die eigentliche Magenwand nicht mehr schützen. Die Magensäfte fangen dann an, die körpereigenen Zellen zu verdauen, die Krankheitserreger breiten sich aus. Diese Form der Gastritis ist rückläufig, da durch die Besserung der hygienischen Verhältnisse die Infektionsrate deutlich niedriger geworden ist.
Bei der C-Gastritis (etwa 30 Prozent) handelt es sich um eine Schädigung der Magenschleimhaut durch Gallerückfluss aus dem Zwölffingerdarm oder als Folge exzessiver Medikamenteinnahme (z.B. NSAR/ASS). "Selbst Aspirin kann bei übermäßigem Gebrauch zu einer chronischen Gastritis führen", sagt Chefarzt Stöckmann.


Zahlen:

Die Gastritis ist eine weit verbreitete Erkrankung. Bei Kindern kommt sie fast nie vor, ab einem Alter von 20 Jahren steigt das Risiko einer Schleimhautentzündung aber stetig an. Experten schätzen, dass etwa 50 Prozent aller Erwachsenen früher oder später mit Gastritis-Symptomen zu tun bekommen.

 

Behandlung


Diagnostik:

Die gängigste Methode zur Feststellung einer Gastritis ist die Magenspiegelung. So kann der Arzt herausfinden, wie stark die Magenschleimhäute geschädigt sind und ob sich infolge der Schädigung bereits ein Magengeschwür gebildet hat. Außerdem kann im Rahmen der Untersuchung eine Gewebeprobe entnommen werden, sodass eine andere Erkrankung – zum Beispiel der Gallenblase - als Ursache für die Beschwerden ausgeschlossen werden kann.

 

Therapie:

"Eine Gastritis fordert in der Regel keine stationäre Aufnahme", sagt Fritz Stöckmann. Beschwerden einer akuten Gastritis können sich häufig von selbst zurückbilden unter Einhaltung einer gewissen Schonung. Bei anhaltender Symptomatik sollte eine Magenspiegelung erfolgen. In Abhängigkeit von dem Befund verabreichen die Ärzte Medikamente, die die Produktion von Magensäure hemmen und den Schleimhäuten so die Gelegenheit zu einer Heilung geben. In der Regel behandelt man heute mit sogenannten Protonenpumpenblockern. Sollte es im Zuge der Entzündung bereits zu Geschwüren mit einer akuten Blutung im Magen gekommen sein, versuchen die Ärzte zunächst, die Blutung im Rahmen der Magenspiegelung zu stillen. Gelingt das nicht, muss operiert werden.
Bei einer bakteriellen Gastritis, d.h. Nachweis von Helicobacter pylori, ist die so genannte Eradikationstherapie die Behandlung der Wahl. Dabei werden neben den Säureblockern spezielle Antibiotika verabreicht, die den Krankheitserreger im Magen langfristig abtöten sollen. Die Heilungschancen sind bei konsequenter Medikamenteneinnahme sehr gut. Bei einer C-Gastritis durch Medikamente kann die Gabe von Magensäureblockern die Schleimhautschädigung teilweise rückgängig machen, manchmal muss die Medikation aber auch abgesetzt werden. Es gibt noch weitere Sonderformen der Gastritis, die aber sehr selten auftreten.



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