Depression

Wer an Depressionen leidet, der wird apathisch, krank – und verliert oft den Lebensmut. Doch die vermeindtlich ausweglose Situation kann überwunden werden

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Grafik: Fabian Bartel


Krankheitsbild


Erklärung:

Depression ist eine schwere Krankheit, eine chronische Niedergeschlagenheit, die mit Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Verdauungsproblemen einhergehen kann. Oftmals breche die Krankheit in einen bis dahin relativ gut funktionierenden Alltag ein, sagt Barbara Roß, eine der beiden Psychiatrie-Chefärzte im Theodor-Wenzel-Werk, einer Spezialklinik in Zehlendorf.


Ursachen:

Experten nehmen an, dass die Neigung zur Depression zum Teil vererbbar ist. Wer einmal eine Depression durchlebt hat, hat ein erhöhtes Risiko, dass die Krankheit erneut auftritt. Es muss gar nicht immer ein traumatisches Ereignis oder der Verlust eines geliebten Menschen sein, der zu einer Depression führt.

 

Symptome:

Von einem Tag auf den anderen sieht die Welt des Betroffenen grau aus – und das Leben verliert seinen Sinn. Diese Niedergeschlagenheit lässt sich dann nicht ohne erfahrene Hilfe bekämpfen.

 

Zahlen:

Schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung leiden derzeit an einer behandlungsbedürftigen Depression - in Deutschland sind das etwa vier Millionen Menschen. Etwa drei bis vier Mal so groß ist aber die Zahl derjenigen, die irgendwann im Laufe des Lebens an einer Depression erkranken, Frauen dabei doppelt so häufig wie Männer.

 

Behandlung


Diagnostik:

Psychologen schätzen nach ausgiebigen Gesprächen ein, ob ein Patient nur anlassbezogen melancholisch ist – oder wirklich depressiv.

 

Therapie:

Für die Genesung spielen verschiedene Therapien eine wichtige Rolle, meist mit dem Ziel, wieder Bewegung ins Leben zu bringen – und in den Körper. Tanztherapie und regelmäßig Sport helfen in vielen Fällen schon. "Das kann die Stimmung schon deutlich verbessern", sagt Chefärztin Roß. Es gibt folglich verschiedene Ausprägungen einer Depression, die unterschiedlich behandelt werden. Bei leichter Winterdepression reicht oft eine Lichttherapie. Bei vielen anderen Depressionen genügt eine ambulante Gesprächs- oder Verhaltenstherapie. In schweren Fällen ist aber zuweilen eine stationäre Behandlung unumgänglich. Das gilt vor allem, wenn der Patient suizidgefährdet ist. Die Behandlung besteht dann aus Medikamenten, die mit psychotherapeutischen Maßnahmen kombiniert werden.
Eine ganze Medikamentengruppe ist nach der Krankheit benannt worden: die Antidepressiva. Einige verstärken die Wirkung des körpereigenen Serotonins im Gehirn, andere hemmen den Abbau von Noradrenalin – beide hellen also die Stimmung auf. Teil eines jeden Behandlungskonzepts im Krankenhaus ist es, dem Patienten eine klare Tagesstruktur zu vermitteln. Die festen Termine zu Gruppengesprächen, Ergo- und Bewegungstherapie helfen, das graue Einerlei des Alltags zu durchbrechen.



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