Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der gefährlichsten Tumorarten. Zudem gilt die Operation als gefährlich, da die aggressiven Verdauungssäfte der Drüse während der Operation das umliegende Gewebe angreifen können

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Krankheitsbild


Erklärung:

Die Bauchspeicheldrüse gehört zu den wichtigsten menschlichen Verdauungsorganen. Sie produziert täglich etwa 1,5 Liter an Enzymen. Darüber hinaus werden lebenswichtige Hormone wie Insulin hergestellt, das den Blutzuckergehalt reguliert. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der gefährlichsten Tumorerkrankungen, denn die Krebszellen wachsen schnell und befallen in der Regel die Nachbarorgane. Der größte Teil der Tumoren entsteht am Bauchspeicheldrüsenkopf. Zu Komplikationen kommt es, wenn er die gemeinsame Mündung mit dem Gallengang verschließt. Eine gesunde Verdauung ist dann nicht mehr möglich, die Bauchspeicheldrüse kann sich entzünden. Rund 90 Prozent der Betroffenen versterben binnen zweier Jahre.

 

Symptome:

Die bösartigen Geschwulste – die Ärzte nennen sie auch Karzinome – in der Bauchspeicheldrüsen werden meist sehr spät entdeckt, weil sie relativ lange keine Beschwerden hervorrufen. Im fortgeschrittenen Stadium verursacht der Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Gelbsucht und Durchfall.


Ursachen:

Die genaue Ursache für die Erkrankung ist noch ungeklärt. Rauchen, Alkohol, chronische Entzündungen und erbliche Faktoren erhöhen das Risiko für einen Tumor.

 

Zahlen:

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 12.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs, allein in Berlin gibt es rund 500 Neuerkrankungen. Die Betroffenen sind in der Regel älter als 60 Jahre.

 

Behandlung

 

Diagnostik:

Bei fehlenden Symptomen ist eine Früherkennung schwierig. Ein geeignetes Diagnoseverfahren in diesem Stadium steht den Ärzten bisher nicht zur Verfügung. Tumoren in der Bauchspeicheldrüse lassen sich aber mithilfe eines Ultraschalls, einer Computertomografie oder einer Magen-Darm-Spiegelung aufspüren. Oft ist es für eine Heilung zu spät. Viele Betroffene sterben nach der Diagnose innerhalb von Monaten.


Therapie:

Im Frühstadium ist die Heilung durch eine teilweise Entnahme der Bauchspeicheldrüse möglich, weil sich dann noch keine Tochtergeschwulste - Ärzte nennen sie auch Metastasen - in anderen Organen gebildet haben. Der Eingriff gilt als schwierig. Er kann zu Komplikationen führen, weil die Drüse nicht nur Insulin bildet, sondern auch aggressive Verdauungssäfte produziert, die während der Operation das umliegende Gewebe angreifen kann. Gelingt es, den Tumor vollständig zu entfernen, kann sich die Überlebenszeit des Betroffenen auf bis zu zwei Jahre erhöhen. Eine vollständige Heilung ist aber selten: Selbst wenn der Tumor entfernt wird, kann er im verbleibenden Teil der Bauchspeicheldrüse neu ausbrechen.
"In 90 Prozent der Fälle besteht auch mit einer Operation keine Chance auf eine Heilung mehr, der Tumor ist dann schon zu groß", sagt Hans-Joachim Schulz, Chefarzt der Abteilung für Magen-Darm-Heilkunde im Sana-Klinikum Lichtenberg. Wenn der Patient nicht mehr operiert werden kann, bleiben zwei Alternativen: Strahlen- oder Chemotherapie und die Einlage von so genannten Stents – Gitterröhrchen aus Plastik oder Metall, die in Gallengang und Zwölffingerdarm eingesetzt werden. Sie können die Lebensqualität des Patienten in der ihm verbleibenden Zeit erhöhen. Fällt die Bauchspeicheldrüse durch die Erkrankung aus, muss ebenso wie bei der Zuckerkrankheit Diabetes, täglich Insulin gespritzt werden.



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