Bänderriss am Sprunggelenk

Das Sprunggelenk trägt unser gesamtes Körpergewicht – und bei heftigen Bewegungen oder Stößen auch ein Mehrfaches davon. Knickt der Fuß dabei weg, können die Bänder reißen.


Krankheitsbild


Erklärung:

Bei jedem Schritt trägt das Sprunggelenk unser gesamtes Körpergewicht – und bei heftigen Bewegungen oder Stößen mitunter auch ein Mehrfaches davon. Es verbindet Fuß und Unterschenkel. Seitliche Bänder stabilisieren es. Das Deltaband spannt sich an der Innenseite dreiecksförmig vom Innenknöchel zum Fersen-, Kahn- und Sprungbein. An der Außenseite des Gelenks befinden sich drei weitere Bänder. Knickt der Fuß nach außen weg, kann das Deltaband überdehnt werden. Da es sehr kräftig und elastisch ist, wird es jedoch nur selten dabei durchtrennt. Häufiger ziehen sich die weniger widerstandsfähigen Außenbänder Verletzungen zu. Knickt der Fuß nach innen weg, können diese reißen.

 

Symptome:

Ein Bänderriss lässt sich für die Verunglückten nur schwer anhand der Symptome von einer Bänderdehnung unterscheiden. Zerissene Bänder schmerzen stark, besonders beim Auftreten. Die Muskeln des Gelenkes sind meist schlaff und kraftlos. Daher kann der Fuß gar nicht mehr bewegt werden oder zumindest nicht mehr in dem Maße wie vor der Verletzung. Wurden auch Blutgefäße durchtrennt, schwillt das Gelenk schnell an. Das dabei ausgetretene Blut zeichnet sich als Bluterguss (Hämatom) am Knöchel ab.

 

Zahlen:

Im Jahr 2008 behandelten die Berliner Klinik-Fachärzte etwa 720 Betroffene stationär, deren Bänder am Sprunggelenk gerissen waren.

 

Krankheitsbild

 

Diagnose:

Um eine Überdehnung von einem Riss der Bänder zu unterscheiden, befragt der Arzt den Patienten zum Unfallhergang. Schäden an den Knochen können durch Röntgenaufnahmen des Fußes ausgeschlossen werden. Die lange Zeit üblichen Röntgenaufnahmen, bei denen Fuß und Bein des Patienten in eine Halterung eingespannt werden, die das Gelenk aufdehnt - sogenannte gehaltene Aufnahmen - werden allerdings nur noch selten von den Betroffenen toleriert. Zwar können diese Bilder Aufschluss über die Schwere der Verletzungen geben. Die Prozedur birgt aber auch das Risiko, die Verletzung zu verschlimmern und ist zu dem oft sehr schmerzhaft.

 

Therapie:

Risse einzelner Sprunggelenksbänder werden nur noch selten genäht - was auch an den immer kleiner werdenden Fallzahlen von offenen Operationen an den Bändern sichtbar wird. "Schient man bei einer frischen Verletzung das Gelenk, heilt es genauso gut wie ein operiertes", sagt auch Unfallchirurg Dirk Casper vom Unfallkrankenhaus Berlin. Sechs Wochen lang muss der Verunglückte eine Schiene, die vom Unterschenkel bis unter den Fuß reicht, tragen. Sie verhindert ein erneutes Wegknicken. Und der Patient kann damit auch laufen, oft sogar ohne Krücken. Sind jedoch mehrere Bänder gerissen oder knickt das Gelenk nach einem Unfall immer wieder weg, wird eine stabilisierende Operation nötig. Der Chirurg näht dann entweder die gerissenen Bänder zusammen oder ersetzt sie wie beim Kreuzbandriss durch eine mehrfach gefaltete Sehne.



Artikelsuche ?

Routenplaner

Planen Sie Schritt für Schritt, wer Sie medizinisch auf Ihrem Behandlungspfad versorgen soll - von der Vorsorge über die ambulante Behandlung bis hin zur stationären Versorgung und anschließender Rehabilitation. Lassen Sie sich dafür die in der Datenbank enthaltenen Einrichtungen in der Region Berlin-Brandenburg anzeigen, die diese Erkrankung behandeln.

Tagesspiegel GESUND

Tagesspiegel Gesund 08 Tagesspiegel Gesund 09 Tagesspiegel Gesund 10

Fachkompetentes Praxiswissen informativ aufbereitet
Informationen zu Behandlungsmethoden und Gesundheitstrends aus Berlin und Umgebung
Von der Gesundheitsberater-Berlin-Redaktion

Aktuell am Kiosk oder direkt im
Tagesspiegel-Shop

Wir liefern Qualität

Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Texte entstehen, wie die Daten geprüft werden und wie sich das Portal finanziert.
Jetzt informieren.

Sie sind uns wichtig und wir freuen uns über Ihre Meinung zu unserem Portal. Welche Themen andere Leser interessierten lesen sie unter Leser fragen - die Redaktion antwortet